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als Antwort auf: Eskalation in Griechenland #22493
Fortsetzung …
Ein Toter, der Deckel flog ab. Ein Tod, Symbol für die Frustration und Perspektivlosigkeit einer ganzen Generation junger Griechen, die sich von ihrer Regierung verraten und um ihre Chancen betrogen fühlen. Die glauben, nie Fuß fassen zu können in der griechischen Gesellschaft, die unübersehbar korrupt ist, wo die Jugendarbeitslosigkeit hoch und Vetternwirtschaft alltäglich ist. Die meisten älteren Griechen haben sichere Posten, die Jüngeren oft nur zeitweise Jobs, schlecht bezahlte, es gibt eine Akademikerbewegung mit dem Namen „Generation 700“ – in Anspielung auf das geringe Gehalt, das sie verdienen. Regiert wird das Land seit Jahrzehnten von wenigen Großfamilien.
Besonders der jüngste Skandal der Regierung Karamanlis ist den Demonstranten wohl noch gut im Gedächtnis, sagt Nikos Dimou. Dabei ging es um die Kirche, um ein Kloster der autonomen Mönchsrepublik Athos auf der Halbinsel Chalkidiki, das zusammen mit Regierungspolitikern in betrügerische Grundstücksgeschäfte verstrickt war. „Die Jungen sehen sehr genau, was alles passiert“, sagt Dimou.
Viele der Rebellen dieser Tage kommen aus gut situierten Familien, sind weder arm noch ungebildet. Vielleicht ist es ja so, dass auch sie die ewige Chancenungleichheit leid sind, sie haben sie an ihren Universitäten womöglich gerade zum ersten Mal erfahren. Wer als Student Prüfungen möglichst reibungslos bestehen will – zum Beispiel Prüfungsaufgaben ein paar Tage vor den anderen erfahren –, sollte Mitglied einer Partei sein. Dass Professoren ihren politisch engagierten Schützlingen helfen, kommt in Griechenland immer wieder vor. „Karriere“, das sagt auch Nikos Dimou, „wird in Griechenland nur mit Parteimitgliedschaft gemacht.“
Und der Staat versagt schon in den Schulen. Was dort gelehrt wird, reicht oft nicht, um wichtige Prüfungen zu bestehen. Die meisten Schüler lernen ihren Stoff daher zusätzlich nachmittags in teuren Privatstunden. Es ist auch diese Vermarktung von Bildung, gegen die sich der Zorn der Demonstranten in ganz Griechenland wendet.
Als Katalysator dient eine kleine Gruppe von Anarchisten im Land, entstanden als studentische Reaktion auf die 1967 errichtete Militärdiktatur. Die Universitäten des Landes sind seitdem quasi Symbole der – meist links gerichteten – politischen Rebellion. Besonders die Polytechnische Hochschule von Athen in Exarchia, dem Teil der Stadt, in dem der 15-jährige Alexandros Grigoropoulos am Samstag von einem Polizisten erschossen wurde. Dort verbarrikadierten sich im November 1973 Studenten, um gegen die Diktatur zu protestieren – bis am 17. November Panzer die Eisentore zum Unigelände aufbrachen. Vermutlich starben 40 Menschen. Eine Folge davon ist ein Gesetz, das es der Polizei bis heute nicht erlaubt, die Universitäten des Landes zu betreten. Es sollte Gedanken- und Redefreiheit der griechischen Studenten symbolisieren – und wird doch heute oft auch von den sogenannten autonomen Linken benutzt, die sich in den Universitäten vor den Polizisten verstecken. Bis ein Universitätsdirektor der Polizei den Eintritt gewährt, muss viel passieren.
Am Nachmittag strömen Tausende Menschen zum Friedhof St. Sofia im Athener Stadtteil Paleo Faliron, zu Alexandros Grigoropoulos’ Beisetzung. Viele Kinder, Jugendliche, die meisten halten rote Rosen in den Händen, manche weinen. „Adio, Gregory“ steht auf den Schleifen vieler Kränze. So hieß Grigoropoulos im Freundeskreis.
Wie es zu dem tödlichen Schuss auf ihn kam, ist immer noch strittig. Notwehr, drei Warnschüsse, Querschläger, das ist die Version des Polizisten. Augenzeugen berichten dagegen lediglich von einem lautstarken Wortgefecht zwischen Jugendlichen und den Beamten, die etwa 15 Meter voneinander entfernt gewesen seien, und einem darauf folgenden gezielten Schuss. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen den Polizisten und den ihn begleitenden Kollegen wegen Mordes und Beihilfe zum Mord.
Erkenntnisse über den Hergang verspricht man sich vom Ergebnis einer ballistischen Untersuchung: Die Kriminaltechniker sollen feststellen, ob es sich bei dem tödlichen Geschoss um einen Querschläger handelte oder um einen direkten Treffer. Das Ergebnis sollte am Dienstag feststehen, wurde aber zunächst nicht bekannt.
Während die Polizei auf dem Friedhof von Paleo Faliron ihre Sicherheitsvorkehrungen für das Begräbnis trifft, sucht Regierungschef Kostas Karamanlis den gleich neben der Villa Maximos, seiner Regierungszentrale, gelegenen Amtssitz von Staatspräsident Karolos Papoulias auf, um ihn über die Entwicklung zu unterrichten. „In diesen kritischen Stunden müssen alle Politiker die Chaoten isolieren und verurteilen, das ist unsere Pflicht“, sagt Karamanlis nach dem Treffen. Dann kommt er zu Einzelgesprächen mit den Führern der Oppositionsparteien zusammen, wohl um das weitere Vorgehen zu beraten, um Einigkeit zu erzielen.
Doch das wird schwierig werden. Denn zumindest der sozialistische Oppositionschef Giorgos Papandreou macht keinen Hehl daraus, dass er nun eine Möglichkeit wittert, Karamanlis aus dem Amt zu hebeln: „Diese Regierung ist gefährlich geworden für Griechenland und das griechische Volk“, sagt Papandreou, die Krawalle seien die direkte Folge der Regierungspolitik. Papandreou fordert jetzt vorgezogene Wahlen. In den Meinungsumfragen liegen die Sozialisten inzwischen mehr als fünf Prozentpunkte vor den Konservativen.
Kurz bevor die Sonne über Athen untergeht, tragen acht Mitschüler den weißen Sarg mit Alexandros Grigoropoulos’ Leichnam aus der Friedhofskapelle.
(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 10.12.2008)
als Antwort auf: Eskalation in Griechenland #22474Rebellion der Ratlosen
Sie kommen aus gut situierten Familien, haben Bildung – aber keine Zukunft. Seit vier Tagen wütet Griechenlands Jugend. Und ein Alter sagt: "Jetzt geht die Hölle los."
Von Gerd Höhler, Athen, und Katja Reimann, BerlinEs sind nur wenige Menschen, die an diesem Dienstagmorgen durch das Athener Zentrum eilen, der Himmel über der Stadt ist strahlend blau, die Stimmung düster, ausgebrannte Autowracks säumen die Straßen, Glassplitter und Steine bedecken das Pflaster, einige Passanten halten sich Taschentücher vor Mund und Nase, das Tränengas hat sich noch nicht verzogen. Später, vorm Parlamentsgebäude, ein Handgemenge, hunderte Jugendliche gegen die Polizei, Steine fliegen. Und wieder Tränengas.
Es geht weiter, den vierten Tag nun, es ist auch der Tag der Beisetzung jenes 15-Jährigen, dessen Tod all das ausgelöst hat, was sich derzeit in Athen und anderen griechischen Städten abspielt.
„Niemand hat das Recht, diesen tragischen Vorfall als Alibi für Aktionen der rohen Gewalt zu missbrauchen“, sagt der Ministerpräsident.
„Auf den Straßen trauert heute eine ganze Generation“, sagt der Oppositionsführer.
Hier und da steigt Qualm aus den vom Feuer der vergangenen Nacht zerstörten Läden. Vom Ruß geschwärztes Löschwasser fließt in Rinnsalen aus den Ruinen. Aufgesprüht auf die Fassade einer ausgebrannten Bankfiliale: „Athen brennt, 2008“. An der Skoufa-Straße im noblen Wohn- und Einkaufsviertel Kolonaki steht eine Frau schluchzend vor ihrem zerstörten Schuhgeschäft. „Alles vorbei, alles vorbei …“ Gebrannt hat es hier nicht, aber die Inneneinrichtung ist verwüstet, Auslage und Regale wurden geplündert. „Ich habe doch erst vor vier Wochen eröffnet“, sagt die Frau unter Tränen.
Zwei Nächte lang hatten Tausende im Athener Stadtzentrum gewütet, vor allem in der Umgebung der Polytechnischen Hochschule und am Omoniaplatz. Dann stürmten sie am Montagabend, bewaffnet mit Schlagwerkzeugen, Steinen und Brandsätzen, das Kolonaki-Viertel, wo auch viele Politiker wohnen. „Sie kamen plötzlich aus allen Seitenstraßen“, sagt einer der Kellner des Restaurants Kolonaki Tops. Überall splitterten die Schaufensterscheiben. Die Gäste, die an diesem warmen Dezemberabend in den Straßencafés saßen, ergriffen die Flucht. „Die Polizei kam erst, als alles vorbei war“, sagt ein Mann, der den Zerstörungszug von seinem Balkon beobachtet hatte.
Man habe am Montag vor einem großen Dilemma gestanden, heißt es in Athener Regierungskreisen: entweder mit einem massiven Polizeieinsatz Todesopfer und damit auch eine weitere Eskalation der Gewalt zu riskieren, oder den Verlust von Eigentum in Kauf zu nehmen. Man habe sich für Letzteres entschieden. Doch mit einem solchen Ausmaß der Gewalt dürfte auch die Regierung nicht gerechnet haben. Die Nacht zum Dienstag brachte die bisher schlimmsten Verwüstungen. Das Stadtzentrum war für mehrere Stunden in der Hand von etwa 4000 vermummten Jugendlichen. Sie griffen mit ihren Eisenstangen und Brandflaschen nicht nur Geschäfte und Bankfilialen an, sondern attackierten erstmals auch Ministerien und verwüsteten die Eingangshallen mehrerer Luxushotels. Die Feuerwehr rückte binnen weniger Stunden zu rund 200 Bränden aus, konnte aber oft erst eingreifen, nachdem die Brandschatzer abgezogen waren.
„Ich habe immer wieder versucht, die Feuerwehr anzurufen“, sagt der Besitzer eines ausgebrannten Schreibwarenladens, „aber niemand hat abgenommen.“ Während er mit einer Holzlatte in den verkohlten Trümmern herumstochert, rumpelt draußen ein als Dampflok drapierter Traktor mit drei Wägelchen vorbei. In ihnen sitzen asiatische Touristen. Sie filmen mit ihren kleinen Videokameras und Handys eifrig die verwüsteten Läden und die rußgeschwärzten Fassaden.
Die Touristen könnten bald ausbleiben. Das deutsche Auswärtige Amt hat bereits eine Reisewarnung für Griechenland herausgegeben. Denn nicht nur in Athen gibt es Unruhen. Piräus, Patras, Larissa, Trikala, Korinth, Chania, Rhodos – die Liste der Städte, in denen jugendliche Randalierer alles zerstören, was ihnen in den Weg kommt, wird täglich länger.
Griechenland sei wie ein Topf kochenden Wassers, sagt Nikos Dimou. „Man wartet nur darauf, dass es übersprudelt und der Deckel abfliegt.“ Der 74-jährige Philosoph und Schriftsteller saß am Montagabend vor seinem Fernseher, fassungslos zwar, doch unerwartet kam das alles nicht für ihn, sagt er. Dimou ist Schriftsteller, einer der prominentesten Gesellschaftskritiker Griechenlands. „Als ich hörte, dass der Junge erschossen wurde, wusste ich, jetzt geht die Hölle los.“
Fortsetzung im nächsten Posting …
als Antwort auf: Welcher Strand? #21755Kretamichel wrote: auf der Landkarte gesehen geht es nicht viel westlicher
eben … 😛 😉
als Antwort auf: Welcher Strand? #20736ganz weit im Westen?
als Antwort auf: Eskalation in Griechenland #22354Kein Ende der Straßenschlachten
In Griechenland ist es am Montagabend zu weiteren schweren Krawallen in Athen und Saloniki gekommen. Nachdem in Athen ein 15-Jähriger durch einen Schuss eines Polizisten getötet wurde kam es landesweit zu schweren Unruhen.
Rund 48 Stunden nach den tödlichen Polizeischüssen auf einen 15-Jährigen ist es in Griechenland am Montagabend erneut zu schweren Krawallen gekommen. Gruppen gewalttätiger Jugendlichen zogen in Athen und Saloniki durch Straßen und steckten Geschäfte und Gebäude in Brand. Auf dem Syntagma-Platz in Athen ging der riesige Weihnachtsbaum in Flammen auf. Fenster von zwei Luxushotels wurden eingeworfen; ein Hotel erklärte, seine Gäste würden evakuiert. Ministerpräsident Konstantinos Karamanlis berief eine Sondersitzung des Kabinetts ein.
Im Erdgeschoss des Außenministeriums in Athen versuchte jemand einen Brand zu löschen. Auch auf das Gebäude einer Fluggesellschaft und einer Bank sowie auf Dutzende Geschäften wurden Brandanschläge verübt. Selbst bei einem Löschfahrzeug der Feuerwehr wurden die Scheiben eingeschlagen. In Saloniki schleuderten Hunderte vermummte Jugendliche Steine und Brandsätze gegen Polizisten, die Tränengas einsetzten. Auch aus der Stadt Larissa wurden Krawalle gemeldet.
Ausschreitungen zwischen Jugendlichen und der Polizei gab es am Montag außerdem in Veria westlich von Saloniki sowie in der zentralen Stadt Trikala und in Chania auf Kreta. Jugendliche demonstrierten vor den griechischen Botschaften in London, Berlin und Nikosia.
Ministerpräsident Karamanlis rief die Bevölkerung in einer Fernsehansprache zur Ruhe auf. Es könne nicht geduldet werden, dass „der tragische Vorfall“ in Athen zu solchen gefährlichen Ausschreitungen führe. „Der Staat wird die Gesellschaft schützen“, betonte der Regierungschef.
Anlass für die schwersten Unruhen in Griechenland seit rund zwei Jahrzehnten war der Tod des 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos am Samstagabend in Athen. Er gehörte nach Polizeiangaben zu einer kleinen Gruppe von vermutlich anarchistischen Jugendlichen, die gegen 21.00 Uhr einen Streifenwagen attackierten. Ein Polizist gab daraufhin drei Schüsse ab und traf den Jungen tödlich in die Brust.
Polizeigewerkschaft entschuldigt sich
Die Beamten machten Notwehr geltend, doch Augenzeugen erklärten griechischen Medien zufolge, die Polizei habe mit voller Absicht auf die Jugendlichen geschossen. Die beiden in den Vorfall verwickelten Beamten wurden festgenommen und des Mordes beziehungsweise der Beihilfe zum Mord beschuldigt. Staatspräsident Karolos Papoulias schickte ein Beileidstelegramm an die Eltern des getöteten Jungen, die Polizeigewerkschaft entschuldigte sich bei ihnen.
Allein bis Sonntagabend wurden nach Polizeiangaben 37 Beamte verletzt. 22 Personen kamen in Polizeigewahrsam oder wurden festgenommen. Innenminister Prokopis Pavlopoulos und sein Stellvertreter boten ihren Rücktritt an, Ministerpräsident Karamanlis lehnte dies jedoch ab.
Das letzte Mal wurde in Griechenland 1985 ein Jugendlicher von der Polizei erschossen. Danach gab es wochenlange Unruhen.
Botschaften in Berlin und London attackiert
Die Zwischenfälle zogen auch im Ausland Kreise. Mehrere Demonstranten besetzten am Montag die konsularische Abteilung der griechischen Botschaft in Berlin. Aus dem Gebäude am Wittenbergplatz wurde nach Polizeiangaben ein Transparent gehängt, auf dem der griechische Staat für den Tod des Jugendlichen verantwortlich gemacht wird. In London rissen Demonstranten die griechische Fahne vor der dortigen Botschaft herunter und setzten sie in Brand, anschließend zogen sie die rot-schwarze Fahne der Anarchistenbewegung auf. Fünf der laut Polizei etwa 40 Demonstranten wurden festgenommen. Proteste gab es außerdem vor der griechischen Botschaft in Nikosia auf Zypern.
als Antwort auf: Eskalation in Griechenland #21981Jugendproteste erschüttern ganz Griechenland
Nach dem Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeikugel kommt es in Athen und anderen Städten zu UnruhenAthen – Zersplitterte Schaufenster, demolierte Bankfilialen, ausgebrannte Autowracks – im Zentrum von Athen hat sich in der Nacht zum Sonntag der Zorn über den Tod eines 15-Jährigen durch eine Kugel aus einer Polizeiwaffe entladen. Hunderte Demonstranten, meist junge Menschen, lieferten sich in der Fußgängerzone Straßenschlachten mit der Polizei, warfen mit Steinen und Brandsätzen.
Der 15 Jahre alte Andreas Grigoropoulos gehörte zu einer Gruppe von rund 30 linksradikalen Jugendlichen. Sie sollen einen Streifenwagen, in dem zwei Polizisten saßen, mit Steinen angegriffen haben. Nach Darstellung von Augenzeugen soll es jedoch nur zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen sein. Anschließend habe der Polizist direkt in die Richtung des Jungen geschossen. "Es war kaltblütiger Mord", meinte ein Augenzeuge im Radio. Der 37 Jahre alte Polizist, der den Schuss abgegeben haben soll, bekräftigte dagegen, er habe lediglich drei Warnschüsse abgefeuert. Einer davon habe den Jugendlichen als Querschläger in die Brust getroffen.
Staatspräsident Karolos Papoulias übte indirekt Kritik an dem Vorgehen der Polizei. Die Rechtsstaatlichkeit sei durch diese Ereignisse verletzt worden. Innenminister Prokopis Pavlopoulos wies vorschnelle Schuldzuweisungen zurück und erklärte: "Wir warten auf die gerichtsmedizinischen Ergebnisse." Ministerpräsident Kostas Karamanlis sprach der Familie des Opfers inzwischen sein Beileid aus.
Unmittelbar nach Bekanntwerden des Todes des Jugendlichen waren noch am Samstagabend Hunderte Demonstranten auf die Straße gegangen, um gegen polizeiliche Willkür und gegen die konservative Regierung zu protestieren. "Nichts rechtfertigt eine solche Katastrophe, das sieht aus wie ein Schlachtfeld", empört sich Giorgios Sakalis, Eigentümer einer Boutique. Nach ersten Schätzungen der Feuerwehr wurden allein in Athen 60 Geschäfte, 16 Banken und mindestens 40 Autos demoliert. Gestern wurden im Laufe des Tages vier Polizisten und Dutzende Demonstranten verletzt. Die Polizei teilte mit, 20 Demonstranten seien festgenommen worden. In Athen demonstrierten rund 5000 Menschen.
Mittlerweile greift die Protestwelle auch auf andere Städte Griechenlands über. In Heraklion auf Kreta entstand an mindestens drei Bankfilialen Schaden durch Brandsätze. In Patras wurde das Polizeipräsidium mit Brandsätzen beworfen, in Ioannina ein Polizist durch Steinwürfe verletzt. Im nordgriechischen Thessaloniki wurden die Fenster des Rathauses zerstört, wütende Demonstranten attackierten Banken und Geschäfte.
Dass der Tod des Jungen Anlass für Proteste ist, kann kaum verwundern. Die Unzufriedenheit mit der Regierung von Ministerpräsident Kostas Karamanlis sucht sich immer wieder Anlässe, um sich zu entladen. Erst am Dienstag legte ein Generalstreik den öffentlichen Verkehr für 24 Stunden lahm. Tausende Studenten, Lehrer und Angestellte des öffentlichen Dienstes demonstrierten im Zentrum von Athen und stießen mit Ordnungskräften zusammen. Die Proteste waren von den zwei größten Gewerkschaften des Landes organisiert worden. Sie fordern einen Politikwechsel und sprechen sich gegen Privatisierungen, die Sparpolitik und die Rentenreform der Regierung aus.
Die Heftigkeit der jetzigen Ausschreitungen muss aber möglicherweise auch vor dem Hintergrund des desaströsen Krisenmanagements der Regierung während der Waldbrände im Sommer 2007 betrachtet werden. Damals brannte Griechenland über Wochen, die Hauptstadt und die antiken Stätten von Olympia waren bedroht. Das Vertrauen in die Regierung wurde nachhaltig erschüttert. DW
>> Quelle[reason]Formatierung[/reason]
als Antwort auf: Eskalation in Griechenland #21608Dutzende Verletzte bei Unruhen
Protest, Gewalt und Plünderungen: Griechenland erlebt den zweiten Tag in Folge schwere Unruhen, nachdem ein 15-Jähriger durch Polizeischüsse getötet wurde.Bei den schweren Unruhen in Griechenland sind nach Behördenangaben bislang 34 Menschen verletzt worden. Eine Frau habe eine schwere Kopfverletzung erlitten, hieß es am Sonntag weiter. Fernsehsender berichteten von mindestens fünf weiteren Personen, die in Krankenhäusern behandelt würden. In Athen nahm die Polizei mindestens 13 Menschen fest, mehrere davon wegen Plünderungen.
Die Proteste dauerten den zweiten Tag an, nachdem am Samstag ein 15-Jähriger durch Schüsse eines Polizisten gestorben war. Der Jugendliche soll zu einer Gruppe gehört haben, die ein Polizeiauto mit Steinen beworfen hatte. In Athen, dem nordgriechischen Thessaloniki und auf den Ferieninseln Kreta und Korfu lieferten sich Tausende Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei. Allein in der Hauptstadt gingen mehr als 30 Geschäfte und ein Dutzend Banken in Flammen auf.
Am Abend zogen sich in Athen mehr als 1000 Protestierer auf das Gelände der Universität zurück, das die Polizei nicht betreten darf. Auch in Thessaloniki warfen Demonstranten Brandsätze auf die Polizei, setzten eine Bank in Brand und verwüsteten Geschäfte.
Wegen des Todes des 15-Jährigen wurden zwei Polizisten festgenommen. Die Staatsanwaltschaft teilte mit, einem von ihnen werde vorsätzliche Tötung zur Last gelegt und dem anderen Beihilfe dazu.
als Antwort auf: Eskalation in Griechenland #20732Schwere Krawalle in Griechenland
Tod eines Jugendlichen löst Protestwelle ausDer Tod eines 15-Jährigen durch Schüsse der Polizei hat in mehreren griechischen Städten schwere Krawalle ausgelöst. In Athen und Thessaloniki sowie auf Kreta protestierten mehrere hundert Jugendliche gewaltsam gegen die Polizei.
(sda/ap) Der 16-jährige Athener war am Samstagabend bei gewalttätigen Zusammenstössen zwischen Polizisten und linksextremen Gruppen in Athen getötet worden. Die Gruppe von Jugendlichen hatte nach Angaben von Augenzeugen am Samstagabend einen Streifenwagen attackiert. Ein Polizist gab drei Schüsse auf die Gruppe ab und traf den Jugendlichen in der Brust.
Danach randalierten laut der Polizei in der Nacht auf Sonntag Hunderte von jungen Menschen in der Hauptstadt Athen. Die Protestwelle gegen die angebliche Polizeiwillkür und die konservative Regierung breitete sich auf andere Städte es Landes aus. Die jugendlichen Randalierer setzten Dutzende Autos in Brand und beschädigten die Fassaden von Banken. Einer vorläufigen Bilanz der Polizei zufolge wurden 17 Banken in Athen und fünf weitere in Saloniki beschädigt.
Innenminister Prokopis Pavlopoulos drückte sein tiefes Bedauern für den Tod des Jugendlichen aus, sein Rücktrittsangebot lehnte Regierungschef Kostas Karamanlis aber ab. Pavlopoulos beauftragte umgehend drei Staatsanwälte mit der Untersuchung der tödlichen Schüsse.
als Antwort auf: Chaos um Arzt- und Apothekerhonorare #20722Griechenland – Krankes System
VON GERD HÖHLERWer in Griechenland krank wird, sollte künftig gut bei Kasse sein: ab Mitte Dezember wollen die Ärzte Patienten nur noch gegen Bargeld untersuchen und behandeln. Die Mediziner protestieren damit gegen die schlechte Zahlungsmoral der staatlichen Krankenkassen. Diese schulden den Ärzten Honorare in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro.
Auch die griechischen Apotheker klagen über ausstehende Zahlungen und haben deshalb kürzlich gestreikt. Demnächst wollen private Labors ihre Zusammenarbeit mit den fünf größten Kassen aufkündigen. Betroffen davon sind acht Millionen Versicherte. Bei US-Medizinfirmen steht Griechenland mit vier Milliarden Dollar in der Kreide.
Die Aktionen der Ärzte und Apotheker zeigen: Das Nationale Gesundheitssystem in Griechenland (ESY) steht vor dem Kollaps. In vielen Kliniken fehlt es inzwischen am Nötigsten: sterile Gummihandschuhe, Injektionsnadeln und Katheter sind Mangelware. Ein Krankenhaus auf Kreta hat nicht mal mehr Geld für Sauerstoffflaschen, und in einer Athener Klinik gehen sogar die Wattetupfer aus.
Das staatliche Gesundheitswesen wird immer tiefer in einen Schulden-Strudel gerissen: Die Krankenkassen schulden den Kliniken 2,1 Milliarden Euro. Die Krankenhäuser wiederum schulden ihren Lieferanten 4,3 Milliarden. Weil Tausende Planstellen für Ärzte und Pfleger nicht besetzt sind, muss selbst auf Routineuntersuchungen in den staatlichen Krankenhäusern monatelang gewartet werden.
Die katastrophalen Missstände lassen die Korruption aufblühen: jeder dritte Krankenhauspatient, so eine Umfrage, steckt dem Arzt ein "fakelaki" zu – so nennt man in Griechenland den diskret überreichten Briefumschlag, in dem sich Geldscheine befinden. Im Schnitt liegt die Bestechungssumme bei etwa 500 Euro. Damit kann man die endlosen Wartezeiten vor notwendigen Untersuchungen oder Operationen verkürzen.
Das Chaos in den staatlichen Krankenhäusern verhilft nicht nur korrupten Ärzten zu einem einträglichen Nebenverdienst. Es beflügelt auch das Geschäft der Privatkliniken. Deren Umsätze stiegen in den vergangenen zehn Jahren von 574 Millionen auf 1,8 Milliarden Euro.
als Antwort auf: Container-Terminal in Timbaki ? #9839Mehr Mengen im Mittelmeer
28. November 2008, 01:21 Uhr* Kaum eine Region Europas wächst so stark: 2007 hat der Containerverkehr im östlichen Mittelmeer um rund 25 Prozent zugenommen. Davon will Griechenland mit der Hafenstadt Piräus stärker profitieren. Die Umschlagkapazitäten der Containerterminals sollen in den kommenden sechs Jahren auf 3,7 Millionen TEU (Twenty Foot Equivalent Units, Standardcontainer) mehr als verdoppelt werden.
* Der neue Eigentümer, Cosco aus China, wird dafür in einer ersten Phase rund eine halbe Milliarde Euro in den Ausbau und die Modernisierung investieren. Die griechische Regierung beziffert das Vertragsvolumen auf gut vier Milliarden Euro. Diese Summe ist jedoch eine Hochrechnung über die gesamte Vertragslaufzeit von 35 Jahren. Ein hoher Anteil davon sind Nutzungsgebühren.
Wollen wir hoffen, dass damit das Projekt "Timbaki" endgültig in irgendeiner Schublade verschwindet …
als Antwort auf: Gemüseproduktion #22197Steffy wrote: der Ort bei Kali Limenes heißt Platia Peramata
Du hast natürlich recht … 😉
als Antwort auf: Gemüseproduktion #22063Steffy wrote: Wo ist Platia Peremata ?
Auf dem Weg von Kali Limenes nach Lentas (oder umgekehrt …)!
als Antwort auf: Schwerer Herbststurm in Griechenland #20714Hier ein Link zu einem Flash-Filmchen über die Auswirkungen des Unwetters, u.a. auch auch Kreta!
(auf "Öffnen" klicken und Download abwarten, Film startet automatisch)
als Antwort auf: neues Motiv #22134Herbert wrote: Obwohl: ich verrate mal die Anfangsbuchstaben des Ortes …
A.. G….Hilfe: Asi G….
aber jetzt!!!
als Antwort auf: neues Motiv #21866Kretamichel wrote: Darf der Administrator nicht alles ???
Na klar … 😉 aber ich will euch ja auch nicht den Rätselspaß verderben …
Obwohl: ich verrate mal die Anfangsbuchstaben des Ortes …
A.. G…. 😀
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