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      Waldbrandopfer
      Mittellos in Griechenland


      Mit leeren Händen

      Mehr als fünf Monate nach den verheerenden Waldbränden in Griechenland, die fast 70 Menschen töteten und etwa 4000 Gebäude einäscherten, warten die Obdachlosen immer noch vergeblich auf das versprochene Geld zum Wiederaufbau ihrer Häuser. "Kein einziger Euro ist bisher ausgezahlt worden", sagte Charalambos Kafyras, Präfekt der am schlimmsten betroffenen Provinz Elis, der FR.

      160 Millionen auf der Bank

      Dabei ist Geld in Hülle und Fülle vorhanden: Mehr als 160 Millionen Euro schlummern auf einem Spendenkonto bei der Bank von Griechenland. Aufgebracht wurde das Geld von rund 92 000 Firmen und privaten Spendern. Mit bis zu 750 Euro pro Quadratmeter will die Regierung den Wiederaufbau abgebrannter Häuser finanzieren. Rund 1500 Familien haben Anspruch auf diese Hilfe. Bisher liegen den Behörden aber nur einige Dutzend Anträge Bedürftiger vor. Der Grund: Die meisten Betroffenen können nicht die nötigen Papiere beibringen.

      "Ich hatte nach dem Feuer nur die Kleider übrig, die ich am Leibe trug", erzählt Charalambos Pantazopoulos. Alles war ein Raub der Flammen: sein Haus, sein Stall, die Tiere, die Olivenbäume, die Landmaschinen – und die Dokumente, mit denen er seinen abgebrannten Besitz hätte nachweisen können. "Jetzt laufe ich von einer Behörde zur nächsten, um Papiere beizubringen", sagt der Landwirt.

      Vielen ergeht es noch schlimmer: sie hatten gar keine Eigentumstitel, weil es in Griechenland immer noch kein landesweites Kataster gibt. Andere bauten vor Jahrzehnten ohne Baugenehmigung. Vor allem auf dem Land war das seit Menschengedenken eine übliche Praxis. Jetzt fürchten sie, gar nicht entschädigt zu werden.

      Bürokratie lähmt Bürger

      Derweil liegen die 160 Millionen Euro Spendengeld bei der Bank von Griechenland. Mit ihrer Verwaltung hat die Regierung den früheren Außenminister Petros Molyviatis beauftragt. Er ermahnte diese Woche erneut die Waldbrand-Geschädigten, endlich ihre Anträge einzureichen, damit die Hilfen ausgezahlt werden können.

      Doch Molyviatis hätte besser an die öffentliche Verwaltung appelliert. Denn auch deren bürokratischer Leerlauf verzögert den Schadensersatz. "Die Leute sind wie gelähmt durch die komplizierten bürokratischen Prozeduren", sagt Pantazis Chronopoulos, der Bürgermeister der besonders schlimm von den Bränden betroffenen Gemeinde Zacharo. "Es gibt Menschen, die angesichts dieser Schwierigkeiten bei den Behörden einfach aufgeben", berichtet der Kommunalpolitiker.

      Jetzt will die Athener Regierung mit einer Verordnung den gordischen Knoten auflösen: Geschädigten, die über keine Dokumente verfügen, will man es ermöglichen, ihren Hausbesitz mit Zeugenaussagen und einer Bestätigung des örtlichen Bürgermeisters nachzuweisen. "Wir erwarten, dass die Regierung diese Woche die nötigen Entscheidungen trifft, damit die Auszahlung der Hilfen endlich beginnen kann", sagte Präfekt Kafyras im Gespräch mit der FR.

      Helfen – oder zurückgeben

      Auch Kassenwart Molyviatis hofft, dass er die Hilfe bald an den Mann bringen kann. Denn sonst müsste er demnächst beginnen, den Spendern ihr Geld wieder zurückzuschicken.

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