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Anonym
Juli 22, 2008 um 12:54 p.m. UhrBeitragsanzahl: 5352Bußgelder sind in Resteuropa um ein Vielfaches höher als hierzulande – Ignorieren von Strafbescheiden kann Tausende Euro kosten
425 Euro kostete Melanie Rudolph der Start in ihren diesjährigen Italienurlaub. Doch statt die stolze Summe in Handtaschen oder Designer-Schuhe zu investieren, musste sie das Geld an den italienischen Staat entrichten.Die 27-jährige Hamburgerin wurde dabei erwischt, wie sie ihren blauen Golf – mit dem Handy am Ohr – durch Mailand lenkte. Dass dieses Verkehrsdelikt jedoch gleich einen Großteil ihres Shopping-Budgets aufbrauchte, kam für sie sehr überraschend – sind doch hierzulande "nur" 40 Euro für das gleiche Vergehen fällig.
Vielen Bundesbürgern ist noch immer nicht bewusst, dass im europäischen Ausland böse Bußgeldfallen auf sie lauern. Denn während die Geldstrafen hierzulande recht glimpflich ausfallen, werden Verkehrssünder außerhalb der Bundesrepublik deutlich stärker zur Kasse gebeten.
"Deutschland ist in Sachen Verkehrsbußgelder derzeit noch eine Insel der Seligen", sagt Michael Nissen, Verkehrsjurist beim ADAC. Der Unterschied zu anderen europäischen Ländern ist in den vergangenen Jahren sogar noch größer geworden. Grund: Die EU hat 2004 die Maßgabe vorgegeben, die Zahl der Unfallopfer bis 2010 um die Hälfte zu reduzieren. Vor allem die südeuropäischen EU-Mitglieder haben – da sie in den Unfallstatistiken weit vorn liegen – sehr strenge Vorgaben aus Brüssel bekommen. "Für Länder wie Griechenland oder Italien lag es deshalb sehr nahe, zuallererst die Bußgelder zu erhöhen, um so die Zahl der Unfälle zu verringern", erklärt ADAC-Experte Nissen. So werden in Griechenland etwa satte 350 Euro für das Überfahren eines Rotlichtes fällig. Extrem ist die Situation auch in den skandinavischen Ländern. Hier orientiert sich die Höhe der Geldbußen nämlich an der Höhe des Einkommens. Für deutliche Geschwindigkeitsüberschreitungen sind deshalb oft mehr als 1000 Euro Bußgeld fällig.
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