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      Griechischer Ministerpräsident zu Gast in der Türkei
      Besuch beim Erzfeind von einst

      In der Ägäis vollzieht sich eine erstaunliche Annäherung: Griechenland und die Türkei, einstmals ein Inbegriff für Erzfeinde, kommen sich schrittweise näher. Erstmals seit 50 Jahren besucht nun ein griechischer Ministerpräsident das Nachbarland. Streitfragen bleiben dabei ausgeklammert.

      Die Visite des griechischen Premiers im Nachbarland darf man als historisch bezeichnen. Denn Kostas Karamanlis ist der erste Athener Regierungschef, der seit fast 50 Jahren Ankara einen Besuch abstattet. Zuletzt war nämlich sein Onkel, Konstantinos Karamanlis, im Jahr 1959 offiziell in der Türkei. Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die sich lange Zeit als Erbfeinde ansahen, gelten mittlerweile als relativ entspannt – besonders nachdem die Griechen 1999 ihrem Nachbar nach dem schweren Erdbeben am Marmara-Meer halfen.

      Deshalb betont Selim Egeli, der Vorsitzende des türkisch-griechischen Wirtschaftsrats: “Seither sind unsere Handels- und Wirtschaftsbeziehungen rapide gewachsen, und zwar im Rekord-Tempo: Von damals 400 bis 500 Millionen Dollar auf ein Volumen von fast 4 Milliarden Dollar jährlich. Daneben haben sich rund 170 griechische Unternehmen mit Investitionen in der Türkei niedergelassen.“

      Zudem wird das persönliche Verhältnis zwischen Karamanlis und seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan als freundschaftlich beschrieben, und Griechenland stärkt seit längerem Ankaras Ambitionen, Mitglied der Europäischen Union zu werden.

      Trennendes zurückstellen

      Doch auch wenn beide Politiker noch im November ein gemeinsames Erdgasprojekt eröffneten und dadurch einmal mehr Nähe demonstrierten, wissen sie, wie Selim Egeli betont, dass zwischen den beiden Nachbar noch lange nicht alles im Lot ist: “Zwischen beiden Ländern gibt es aber auch immer noch ungelöste Probleme. Diese Probleme sind leider wie Minen: Niemand kann voraussagen, ob oder wann sie explodieren, sprich: eskalieren. Unser inniger Wunsch ist eine baldige Lösung dieser Probleme, damit sich das Vertrauensklima noch weiter entwickelt.“

      So war die Grenzziehung in der Ägäis zwischen beiden Ländern immer wieder Anlass zu Spannungen und auch die Zypernfrage, in die beide Seiten involviert sind, harrt nach wie vor einer Lösung. Da aber gerade die beiden letztgenannten Probleme als äußerst prekär gelten, gehen Experten davon aus, dass bis Freitag eher Gemeinsamkeiten betont als heiße Eisen angepackt werden.

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        Kein Ende der Eiszeit zwischen Griechenland und der Türkei

        Ankara (AFP) — Ein Ende der Eiszeit zwischen Griechenland und der Türkei ist trotz des historischen Besuchs des griechischen Ministerpräsidenten Kostas Karamanlis in Ankara nicht in Sicht. Karamanlis und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan stellten bei mehreren Themen Meinungsverschiedenheiten fest, darunter die Situation der griechisch-orthodoxen Christen in der Türkei und die ungeklärten Gebietsansprüche in der Ägäis. Seit 1959, als Karamanlis‘ Onkel Konstantin die Türkei besucht hatte, war kein griechischer Regierungschef mehr zu einem offiziellen Besuch ins Nachbarland gereist.

        Trotz der Meinungsverschiedenheiten äußerten beide Regierungschefs nach dem Treffen den Willen, ihre Treffen fortzuführen, um die Streitigkeiten zwischen beiden Staaten beizulegen. Doch auch über die nächsten Schritte waren sich Karamanlis und Erdogan uneinig: Der griechische Regierungschef verlangte, vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag über die Abgrenzung der Hoheitsgewässer um die unbewohnte Felseninsel Imia (türkisch Kardak) in der Ägäis zu verhandeln. "Die Lösung in der Ägäis muss auf Basis von internationalem Recht entstehen", sagte Karamanlis bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Erdogan.

        Ankara besteht hingegen auf bilateralen Verhandlungen. "Es ist wichtig, dass die Ägäis ein Meer des Friedens wird und eine Kooperation zwischen beiden Küsten des Meeres erlaubt", sagte Erdogan zum Auftakt des dreitägigen Besuchs von Karamanlis in der Türkei. Erst am vergangenen Wochenende war es zu neuen Spannungen zwischen griechischen und türkischen Kriegsschiffen in der Ägäis gekommen – wie im Jahr 1996, als beinahe ein Krieg zwischen den beiden NATO-Partnern ausgebrochen wäre.

        Der griechische Ministerpräsident rief Ankara dazu auf, die Rechte von Minderheiten – insbesondere der griechisch-orthodoxen Christen – zu stärken. Karamanlis forderte die Wiedereröffnung der theologischen Fakultät Heybeliada, die auf einer Insel vor Istanbul angesiedelt war und 1971 geschlossen wurde. Rund 4000 griechische-orthodoxe Christen leben in der Türkei, vor allem in Istanbul.

        Erdogan mahnte seinerseits die Wiedervereinigung Zyperns an, das seit 1974 geteilt ist. Damals löste ein Putsch griechischer Nationalisten Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen und Vertreibungen aus, in deren Verlauf die Türkei in einer Militärinvasion den mehrheitlich von Türken besiedelten Norden der Insel besetzte.

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