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April 16, 2008 um 5:47 p.m. UhrBeitragsanzahl: 5352USA und Türkei erstellen neue Strategie für Gaslieferungen nach Europa
WASHINGTON, 16. April (RIA Novosti). Die Administration von US-Präsident George W. Bush und die türkische Regierung konzipieren eine neue Struktur von Gaslieferungen nach Europa.Das teilte US-Außenamtschefin Condoleezza Rice am Dienstag in einer Sitzung des Amerikanisch-Türkischen Rats in Washington mit.
Ziel der gemeinsamen Bemühungen sei die Bildung eines "Südkorridors" für die Energielieferungen nach Europa. Dabei soll "der Erfolg" der Pipeline Baku – Tiflis – Ceyhan "weiterentwickelt werden", hieß es.
"Die Gasfernleitungen Türkei-Griechenland-Italien sowie Nabucco werden zum neuen ‚Süd-Korridor‘, der die Gaslieferungen aus Aserbaidschan und dem Raum des Kaspischen Meeres sowie aus dem Irak an die Türkei und die anderen europäischen Märkte ermöglichen soll", sagte sie.
Rice verwies darauf, dass derzeit "täglich acht Prozent des Weltöls täglich über das Territorium der Türkei gepumpt werden", und betonte, dass "die Stellung dieses Landes mit der Entstehung einer jeden neuen Pipeline auf türkischem Boden immer wichtiger wird".
Matthew Bryza, Assistent der US-Außenministerin, hatte letzte Woche in Griechenland auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Energielieferungen für die Länder, die zu stark vom Import aus Russland abhängen, zu diversifizieren.
Nach seinen Angaben deckt jetzt Griechenland 80 Prozent seines Gasbedarfs mit Lieferungen des russischen Konzerns Gazprom. Einige Länder Südosteuropas hängen, so Bryza, "zu 100 Prozent" von Gazprom-Lieferungen ab.
"Erforderlich ist eine komplizierte Diplomatie mit der Türkei, mit Georgien und Aserbaidschan", so der Diplomat.
Das Nabucco-Projekt soll eine Jahresleistung von 20 bis 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas haben, das aus Zentralasien und Aserbaidschan über die Route Türkei-Bulgarien-Rumänien-Ungarn-Österreich geliefert werden soll.
Das Bauvorhaben soll 2010 in Angriff genommen werden und sieben bis acht Milliarden Dollar kosten. Als potentielle Lieferanten für Nabucco gelten Aserbaidschan, Iran und Turkmenien, in letzter Zeit aber auch der Irak. Die Idee irakischer Gaslieferungen nach Europa wird auch von den USA unterstützt.
Russland bewertet die Chancen für eine Realisierung des Nabucco-Projekts skeptisch, in erster Linie weil die Gaslieferungen für die Pipeline bis jetzt nicht gesichert sind.
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