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  • Diktiana
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      Ergänzung:

      Nepotismus ist Vetternwirtschaft

      herzlichst
      Udo

      Diktiana
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        Athen kommt nicht zur Ruhe: Neue Krawalle

        In der griechischen Hauptstadt Athen ist es am Samstagabend erneut zu Krawallen gekommen. Kleinere Gruppen von Gewalttätern griffen Polizisten mit Brandsätzen und Steinen an.

        Krawallmacher werfen Steine und zielen mit dem Laserpointer auf Polizisten.

        Griechische Unruhen alarmieren Europa
        Die griechische Jugend kündigt weitere Aufstände an
        Im Stadtviertel Exarchia, das als Hochburg der Autonomen gilt, zerstörten Unbekannte die Fassaden von drei Banken und drei Geschäften. Zudem warfen sie mehrere Brandflaschen auf einen Zug von Bereitschaftspolizisten, der vor einem Büro des Umweltministeriums Wache stand.

        Stunden zuvor waren etwa 2000 Menschen friedlich durch Athen gezogen. Sie gedachten dem vor einer Woche von einem Polizisten getöteten 15-jährigen Schüler und protestierten gegen die Gewalt der Polizei.

        Im Stadtteil Kypseli versuchten Polizisten das gestörte Verhältnis zu den Bürgern wiederherzustellen. Sie verteilten auf der Strasse Blumen an die Passanten, wie das Fernsehen zeigte.

        Auch in Patras und Thessaloniki gab es am Samstag wieder Demonstrationen. Insgesamt rund 4000 Menschen gingen in den beiden Städten auf die Strasse.

        Spekulationen um Untersuchungsbericht

        Wegen des Todes des Jugendlichen wird gegen zwei Polizisten ermittelt. Der Polizist, aus dessen Waffe der Schuss stammte, hat erklärt, er habe Warnschüsse abgegeben. Der 37-Jährige sitzt in Untersuchungshaft und ist wegen Mordes angeklagt. Einem ebenfalls inhaftierten Kollegen wird Beihilfe vorgeworfen.

        Nach Medienberichten soll die ballistische Untersuchung ergeben haben, dass der Jugendliche von einem Querschläger getötet wurde. Am tödlichen Geschoss seien Rückstände von Aussenverputz gefunden worden, berichtete die Athener Zeitung «Kathimerini».

        Die Behörden halten den Bericht weiter unter Verschluss, womöglich aus Angst vor noch heftigeren Krawallen: Sollte die Kugel tatsächlich an einer Mauer abgeprallt und so zum Querschläger geworden sein, ginge es nach griechischem Recht lediglich um fahrlässige Tötung.
        (bru/sda)

        Erstellt: 14.12.2008, 06:17 Uhr

        >> Quelle

        Diktiana
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          Griechische Unruhen alarmieren die Regierungen in Europa

          Finanz- und Wirtschaftskrise haben genug sozialen Brennstoff angehäuft, dass jederzeit ein Funken gewaltsame Proteste wie in den vergangenen Tagen in griechischen Städten auslösen könnte.

          Aus der blanken Wut von autonomen Gruppen wird eine politische Bewegung.
          Krawalle in Madrid und Barcelona
          Am Donnerstag flogen in Dänemark, Italien und Spanien Steine in Schaufensterscheiben und Banken. In Frankreich zogen Demonstranten vor das griechische Konsulat in Bordeaux und steckten Autos in Brand. An Wänden tauchten Graffiti mit der Ankündigung eines Aufstandes auf.

          Am Freitag beteiligten sich in Italien Tausende an einem Generalstreik, der allerdings nichts mit dem Tod des griechischen Jugendlichen am vergangenen Samstag zu tun hatte. Und in Athen flogen nach einer zunächst friedlichen Kundgebung wieder Steine und Brandsätze.

          So deutet inzwischen einiges darauf hin, dass die Rezession in Europa eine Massenbewegung gegen Sparmassnahmen und andere von Politik und Wirtschaft eingeleitete Gegenmassnahmen auslösen könnte. Das hat es in dieser Form jahrelang nicht mehr gegeben, die Durchschnittsbevölkerung hat die ihr auferlegten Bürden bislang getragen.

          Aus blanker Wut wird eine politische Bewegung

          Die Organisatoren des friedlichen Teils der griechischen Proteste machten aus der blanken Wut autonomer Gruppen aber schnell eine politische Bewegung, die gegen Sparmassnahmen und Arbeitsplatzabbau antreten soll. «Wir ermutigen nicht gewaltsame Aktionen hier und im Ausland», sagte ein 23-jähriger Demonstrant am Athener Polytechnikum, Konstantinos Sakkas. «Was im Ausland passiert sind spontane Ausdrücke der Solidarität mit dem, was hier passiert.»

          Grenzübergreifende Kommunikation über das Internet

          Zur Plattform der Diskussion unter den diversen Gruppen ist sehr schnell das Internet geworden: Einschlägige Webseiten und Blogs schlagen Aufrufe und Informationen um. Einige griechische Webseiten haben in Konkurrenz zu den etablierten Medien eine Direktberichterstattung von den Zusammenstössen in Athen und anderen Städten geboten. Demonstrationen werden übers Internet, SMS und Handy organisiert.

          In Spanien begrüsst eine Webseite der Globalisierungsgegner, Nodo50.org, Besucher mit radikalen Losungen und der Versicherung der Solidarität mit den Demonstranten in Griechenland. Über die Internet-Community Twitter wurden Details von der Konfrontation mit der Polizei aus der Sicht der Demonstranten europaweit verbreitet, ein «Internationales Medienzentrum» hält Fotos und Videos von den Zusammenstössen bereit und informiert über «bevorstehende Aktionen» in Berlin, Edinburgh und London.

          «Die Strasse zurückgewinnen»

          Ein Autor auf der Webseite london.indymedia.org rief seine Leser auf, dem griechischen Beispiel zu folgen und «die Strasse zurück zu gewinnen». Weiter hiess es: «Verbrennt die Banken, die euch ausraubten… Das ist eine grossartige Gelegenheit, die Revolution auf ganz Europa auszuweiten.»

          Ein Sprecher des französischen Innenministeriums, Gerard Gachet, sagte zu dieser Entwicklung: «Was in Griechenland passiert scheint zu beweisen, dass die extreme Linke existiert – im Gegensatz zu den Zweifeln einiger in den vergangenen Wochen.» Es bestehe die Gefahr, «dass die Gefahr der Ansteckung an der griechischen Situation in Frankreich besteht».

          Der Präsident des staatlich finanzierten spanischen Jugendrats, Daniel Lostao, wies darauf hin, dass Jugendliche in Spanien vor schwierigen Herausforderungen – steigende Arbeitslosigkeit, niedrige Einkommen und Problemen beim Auszug aus dem Elternhaus stehen, weil die Mieten so hoch sind. Er denke aber nicht, dass sich die Proteste ausweiten. «Hoffen wir, dass ich nicht falsch liege», fügte er hinzu.
          (bru/ap)
          Erstellt: 12.12.2008, 16:26 Uhr

          >> Quelle

          Diktiana
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            als Antwort auf: Wieder mit dabei ! #22204

            Hallo Haui

            Schön das Du wieder da bist, aber könntest du nicht das grauenhafte Schemenbild wieder durch Dein Bild ersetzen und wieder Deinen Namen annehmen?

            Liebe Grüsse
            Udo

            Diktiana
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              Neue Ausschreitungen in Griechenland

              In der griechischen Hauptstadt Athen ist es am Donnerstagmorgen den sechsten Tag in Folge zu Zusammenstössen zwischen Jugendlichen und der Polizei gekommen.

              Griechenland brennt: Die Polizei und Jugendliche liefern sich seit letztem Samstag Strassenkämpfe.

              «Alex, für dich brennen wir Athen nieder»
              Im Stadtviertel Exarchia, in dem sich die Polytechnische Universität befindet, warfen mehrere Dutzend junger Menschen Steine auf Ordnungskräfte, wie die Polizei mitteilte. Die Beamten gingen mit Tränengas gegen die Demonstranten vor. Drei Menschen wurden festgenommen.

              Die Polytechnische Universität sowie 15 weitere Hochschuleinrichtungen und rund hundert Schulen in Athen und Thessaloniki sind nach Angaben der Polizei seit Beginn der Woche von Schülern und Studierenden besetzt.

              In Thessaloniki im Norden des Landes kam es zu Plünderungen in den Bildungseinrichtungen, wie Professoren und Lehrer berichteten. Nach griechischem Recht darf die Polizei innerhalb der Schul- und Universitätsgebäude nicht aktiv werden.

              Auslöser für die seit Tagen wütenden Unruhen in Griechenland ist der Tod eines 15-Jährigen am Samstagabend durch den Schuss eines Polizisten. Griechenland erlebt seitdem die heftigsten Unruhen seit der Rückkehr zur Demokratie im Jahr 1974. Am Mittwoch hatte zudem ein landesweiter Generalstreik den Konflikt verschärft.

              Sympathiebekundung in Spanien mit Gewalttaten

              In Spanien ist es bei Sympathiekundgebungen für die Protestbewegung in Griechenland zu Ausschreitungen gekommen. In Madrid wurden in der Nacht zum Donnerstag neun Randalierer festgenommen, die im Stadtzentrum die Scheiben eines Polizeireviers eingeschlagen hatten.

              Mehrere Beamten wurden nach Angaben der Behörden bei dem Angriff auf die Dienststelle verletzt. Die Gewalttäter hatten an einer illegalen Protestkundgebung in Madrid gegen die Erschiessung eines griechischen Schülers in Athen durch einen Polizeibeamten teilgenommen.

              In Barcelona kamen etwa 300 junge Leute zu einer nicht angemeldeten Demonstration zusammen. Die Polizei löste die Kundgebung auf, nachdem Teilnehmer Steine gegen Geschäftsstellen von Banken geschleudert hatten. Die Beamten nahmen zwei Gewalttäter fest, darunter eine junge Griechin.
              (mbr/sda)
              Erstellt: 11.12.2008, 07:19 Uhr

              >> Quelle

              Diktiana
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                Petros Markaris (1937 in Istanbul geboren) lebt als Schriftsteller und Theaterautor in Athen. International bekannt wurde er durch seine gesellschaftskritischen Kriminalromane um den Athener "Kommissar Kostas Charitos".

                Heute.de: Warum sind die jungen Griechen so zornig? Was sind die Ursachen für ihre Wut?
                 Markaris: Es geht eigentlich um eine angehäufte Wut. Die Griechen sind zornig, weil sie seit Jahren politisch eine ausweglose Situation erleben. Sie sind entmutigt und sehr pessimistisch, weil sie keine Besserung ihrer Lebensverhältnisse erwarten. Sie zahlen immer mehr an Steuern und bekommen dafür vom Staat immer weniger. Die meisten leben auf Kredit und sie haben zunehmend größere Schwierigkeiten, ihre Kredite zurückzuzahlen. Unschuldig sind sie trotzdem nicht, da sie jahrelang über ihre Verhältnisse lebten.
                 Heute.de: Warum sind es gerade die jungen Griechen, die gegen die Verhältnisse protestieren?
                 Markaris: Die Ausweglosigkeit trifft die jungen Leute am härtesten. Sie sind mit dem Bildungsystem unzufrieden, mit den Schulen und mit den Universitäten. Und nach dem Studium sind ihre Aussichten auf ein ordentliches Berufsleben sehr gering. Wenn sie nicht in die Arbeitslosigkeit gehen, dann müssen sie sich mit Jobs begnügen, die meistens in keiner Beziehung zu ihrem Studium stehen. Sie arbeiten als Taxifahrer, als Barmen, oder nehmen Gelegenheits-Jobs an. Man nennt sie in Griechenland die junge Generation von 700 Euro.
                 
                Wenn die meisten auch mit der Gewalt nichts zu tun haben, so tolerieren sie sie, oder sie rechtfertigen sie, weil sie empört und verzweifelt sind. Es gibt junge Leute, die jahrelang nach dem Studium immer noch vom Taschengeld ihrer Eltern leben.
                 Heute.de: In dem Athener Stadtviertel Exarchia begannen die Krawalle, die sich über ganz Griechenland ausgebreitet haben. Warum dort?
                 Markaris: Exarchia ist ein Stadtteil im Zentrum, in dem sich die Anarchisten, Autonomen und Chaoten eingenistet haben. Jahrelang gab es in diesem Stadtteil einen modus vivendi zwischen der Polizei und den Anarchisten. Die Polizei hielt sich im Hintergrund und die Anarchisten vermieden es, die Polizei zu provozieren. Bis vor drei Jahren ein neuer Minister für öffentliche Ordnung es sich zur Aufgabe gemacht hat, das Viertel von den Anarchisten zu säubern.
                 Die Anarchisten haben darauf reagiert und es gab täglich Zusammenstöße mit der Polizei. So hat sich zwischen der Polizei und den Anarchisten eine Vendetta entwickelt. Was am Samstag geschehen ist, war eigentlich vorauszusehen. Zwei Rambo-Polizisten haben die rote Linie überschritten. Es kam zu Mord an einem fünfzehnjährigen Jungen und zu den Krawallen.
                 Heute.de: Wieviel trägt die Polizei jetzt zur Eskalation bei? Ist sie ohnmächtig gegenüber den linksextremen Jugendlichen?
                 Markaris: Die griechische Polizei ist einerseits schlecht trainiert. Andererseits aber ist es auch so, dass die Bürger und vor allem die Politiker seit Jahren alle Schuld der Polizei in die Schuhe schieben. Die Folge davon ist, dass die Moral der Polizei am Boden liegt, und dass sie ihr Selbstbewusstsein verloren hat. In dieser Situation sind Überschreitungen seitens der Polizei keine Ausnahme. Ein großer Teil der Polizisten vermeidet die Eskalation, es gibt aber auch einen kleineren Teil, der seine Ohnmacht durch ein Rambo-Verhalten zu überwinden versucht.
                 Heute.de: Was kann die Politik tun, um den Konflikt zu entschärfen?
                 Markaris: Die Antwort ist einfach: Sie tut gar nichts, da sie mitschuldig und auch ohnmächtig ist. Die heutige Regierung überlebt nur mit einer Mehrheitsstimme im Parlament. Aber auch die Oppositionsparteien tragen einen großen Teil der Schuld, weil sie von der Ohnmacht der Regierung profitieren und Stimmen dazugewinnen wollen. Die Regierung wird von der Opposition zu jedem Anlass attackiert und sie unternimmt gar nichts, weil sie Angst hat, die Ein-Stimmen-Mehrheit zu verlieren.
                 Heute.de: Ihre Romane rund um den Kriminalkommissar "Kostas Charitos" zeigen mit dem Finger auf Korruption, Geldwäscherei in Athen – wie tief steckt Griechenland in der Krise?
                 Markaris: Die Korruption ist für mich das große Problem. Seit acht Jahren leben die Griechen mit Vorwürfen von Korruption und Skandalen. Nach und nach hat sich in der Bevölkerung die Gewissheit etabliert, dass eine Clique von Politikern, Funktionären und Geschäftsleuten im Kreis der Regierung sich durch Korruption enorm bereichern, ohne dafür zur Rechenschaft gezogen zu werden.
                 Die Griechen sind mittlerweile davon überzeugt, dass die ganze politische Klasse korrupt ist. Ein Teil von ihnen ist wütend, weil gegen die Korruption nichts unternommen wird. Ein anderer Teil ist wütend, weil sie von der Korruption keinen Anteil bekommt und aus dem Spiel gelassen wird. Dieser Gedanke ist nicht so abwegig, wenn man bedenkt, dass der Traum des Durchschnittsgriechen darin besteht, arm schlafen zu gehen und am nächsten Morgen reich aufzuwachen.

                Das Interview führte Annette Klotz

                >> Quelle

                Diktiana
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                  Krawalle bringen griechische Regierung ins Wanken

                  Griechenland kommt nach den dem Tod eines 15-jährigen Schülers durch Polizeikugeln nicht zur Ruhe. Erneut demonstrierten tausende Jugendliche gegen die Polizei und griffen öffentliche Gebäude und Einrichtungen des Landes an.

                  In der Hauptstadt Athen und der zweitgrössten Stadt Thessaloniki lieferten sich Demonstranten Strassenschlachten mit den Sicherheitskräften. Die Jugendlichen setzen Autos in Brand, schlugen Schaufensterscheiben ein und warfen Brandsätze auf die Polizisten, die ihrerseits mit Tränengas vorgingen. Zu Krawallen kam es auch auf den Inseln Rhodos und Kreta.

                  Bei den Protesten handelt es sich nach Polizeiangaben um die "grösste jemals in Griechenland gesehene Anti-Polizei-Welle". Bisher wurden mehr als 40 Menschen verletzt. Dutzende wurden festgenommen.

                  Strassenzüge in Athen und Thessaloniki boten auch Bilder wie aus einem Bürgerkrieg. Die Krawalle hinterliessen ausgebrannte Autowracks, zerstörte Geschäfte, Bankfilialen, Polizeiwachen und Privatwohnungen. Der Sachschaden wird auf 100 Millionen Euro geschätzt.

                  In fast allen Landesteilen Griechenlands blieben zum Wochenbeginn die Schulen geschlossen.

                  Ministerpräsident Kostas Karamanlis machte für die Ausschreitungen am Wochenende "extreme Elemente" verantwortlich. "Deren einziges Motiv ist die Gewalt und die Zerstörung", sagte der konservative Regierungschef.

                  Für Karamanlis wird die Lage zusehends ernst. Seine konservative Regierungspartei Nea Dimokratia (ND) verfügt im Parlament nur noch über eine hauchdünne Mehrheit von einem Abgeordneten. Angesichts der Krawalle wird die Forderung nach vorgezogenen Neuwahlen immer lauter.

                  Die Proteste schwappten inzwischen auch nach Deutschland über. In Berlin drangen etwa 15 Personen in das griechische Generalkonsulat ein. In einem Schreiben der Besetzer hiess es, der griechische Staat sei für den Tod des Jugendlichen verantwortlich. (sda)

                  >> Quelle[reason]Formatierung[/reason]

                  Diktiana
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                    Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis will nach dem Tod eines 15-Jährigen Schülers durch eine Polizeikugel die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen.

                    Griechenland im Ausnahmezustand
                    Seit Samstagabend flammen die Krawalle immer wieder auf.

                    Athen: Nach Todesschuss eskaliert Demo in wüster Strassenschlacht

                    «Wir werden alles tun, damit diese Tragödie sich nicht wiederholt», sagte Karamanlis in einer Fernsehansprache am Montag. Für die schweren Ausschreitungen am Wochenende machte er «extreme Elemente» verantwortlich. «Deren einziges Motiv ist die Gewalt und die Zerstörung», sagte der konservative Regierungschef. «Wir werden das nicht dulden.»

                    Er rief die Griechen auf, Ruhe zu bewahren und versprach Entschädigungen für die Inhaber der Geschäfte, die beschädigt oder zerstört wurden. Die Ausschreitungen verursachten nach ersten Schätzungen Schäden in Höhe von rund 100 Millionen Euro.

                    Unruhen halten an

                    Auch am Montagmorgen lieferten sich Polizei und vermummte Jugendliche Strassenschlachten. Bisher wurden mehr als 25 Polizisten und 15 Zivilisten verletzt. Dutzende von Menschen wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

                    Rund 150 Vermummte, die sich in der Polytechnischen Universität in Athen aufhielten, bewarfen am Montagmorgen die Ordnungskräfte mit Brandsätzen und Steinen. Die Polizei, deren Tränengasvorräte offensichtlich erschöpft waren, hätten sich mit Steinwürfen verteidigt, hiess in Medienberichten.

                    Hunderte Studenten, die sich an den Unruhen beteiligt hatten, hatten im Polytechnikum und der Wirtschaftsuniversität Zuflucht gesucht. Nach griechischem Gesetz darf das Gelände nicht von der Polizei betreten werden.

                    Wie nach einem Krieg

                    Strassenzüge in Athen und im nordgriechischen Thessaloniki glichen Kriegsgebieten. Die Krawalle hinterliessen ausgebrannte Autowracks, zerstörte Bankfilialen, Polizeiwachen, Autohäuser, Regierungsgebäude, Privatwohnungen, Geschäfte sowie brennende Barrikaden. In einigen Strassen hingen dicke Tränengasschwaden.

                    Der 37 Jahre alter Polizist, der den tödlichen Schuss abgegeben haben soll, sagte aus, er habe lediglich drei Warnschüsse abgefeuert. Einer davon habe den Jugendlichen als Querschläger getroffen. Zuvor habe eine Gruppe Autonomer seinen Streifenwagen, in dem er zusammen mit einem Kollegen gesessen habe, mit Steinen angegriffen.

                    Die Staatsanwaltschaft wirft dem einen Polizisten Totschlag und dem anderen Beihilfe zum Totschlag vor. Die Beamten wurden in Untersuchungshaft genommen, berichtete der griechische Rundfunk weiter.

                    «Kaltblütiger Mord»

                    Nach Darstellung von Augenzeugen soll es jedoch nur zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den Autonomen und der Besatzung des Streifenwagens gekommen sein. Anschliessend habe der Polizist direkt in die Richtung des Jungen geschossen.

                    «Es war kaltblütiger Mord», meinte ein Augenzeuge im Radio. Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias übte indirekt Kritik an dem Vorgehen der Polizei. Die Rechtstaatlichkeit sei durch diese Ereignisse verletzt worden.

                    Innenminister Prokopis Pavlopoulos wies vorschnelle Schuldzuweisungen zurück und erklärte: «Wir warten auf die gerichtsmedizinischen Ergebnisse.» Die Verantwortlichen würden zur Rechenschaft gezogen. Ministerpräsident Kostas Karamanlis sprach der Familie des Opfers sein Beileid aus. Ein Rücktrittsangebot des Innenministers lehnte er ab.

                    Zu Zusammenstössen nach dem tödlichen Schuss kam es auch in der zweitgrössten griechischen Stadt Thessaloniki. Auch in Komotini und Ioannina im Norden des Landes gab es wie auf der Mittelmeerinsel Kreta und in der Hafenstadt Patras Ausschreitungen.
                    (vin/cpm/sda/ap)

                    >> Quelle

                    Diktiana
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                      Nach Todesschuss eskaliert Demo in wüster Strassenschlacht
                      Schliessen

                      Nachdem ein 16-Jähriger in der griechischen Hauptstadt von einer Polizeikugel tödlich getroffen wurde, verwüsteten Autonome eine Shoppingmeile. In weiteren Städten kam es zu Krawallen. Innenminister Pavlopoulos bot seinen Rücktritt an.

                      Die Krawalle griffen in der Nacht auf weitere Städte Griechenlands über. Nach Medienberichten zogen Hunderte Jugendliche randalierend durch Thessaloniki. Auch in den nordgriechischen Städten Komotini und Ioannina sowie auf der Mittelmeerinsel Kreta kam es zu Protesten. Hunderte Demonstranten lieferten sich dabei Strassenschlachten mit der Polizei. Polizeiautos wurden mit Steinen und Brandsätzen beworfen, die Polizei setzte Tränengas ein.

                      Was tat der Polizist mit seiner Waffe?

                      Am Samstagabend war ein 16-Jähriger von einer Kugel aus der Pistole eines Polizisten tödlich getroffen worden. Der Hergang des Zwischenfalls ist noch nicht geklärt. Der jugendliche Demonstrant gehörte nach Augenzeugenberichten zu einer kleinen Gruppe, die am Samstagabend gegen 21 Uhr einen Streifenwagen attackierte. Ein Polizist gab drei Schüsse auf die Gruppe ab und traf den Jugendlichen in der Brust.

                      In Medienberichten hiess es, ein Warnschuss traf den jungen Mann. Der Polizist sass demnach mit einem Kollegen in einem Streifenwagen, der von einer Gruppe Autonomer mit Steinen und anderen Gegenständen angegriffen wurde. Nach Darstellung von Augenzeugen kam es nur zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen einer Gruppe von Autonomen und der Besatzung des Polizeiwagens. Anschliessend hätte der Polizist direkt in die Richtung des Jungen geschossen. Die beiden Polizisten wurden festgenommen.

                      Polizeierklärung

                      Mehrere Stunden danach gab die Polizei eine Erklärung heraus. Der Streifenwagen mit zwei Polizisten sei im Stadtteil Exarchia von 30 Steine werfenden Jugendlichen angegriffen worden, hiess es darin. Daraufhin hätten die Beamten das Auto verlassen und zur Selbstverteidigung von der Waffe Gebrauch gemacht. Während der eine Beamte eine Blendgranate gezündet habe, habe der andere drei Schüsse abgegeben, von denen einer den Minderjährigen getroffen habe.

                      Der Junge wurde nach Berichten griechischer Fernsehsender noch ins Krankenhaus gebracht, wo aber nur noch sein Tod festgestellt wurde. Die beiden Beamten und ihr örtlicher Bezirkschef werden bis zum Abschluss der Untersuchung suspendiert.

                      Innenminister meldet sich zu Wort

                      Ministerpräsident Kostas Karamanlis lehnte ein Rücktrittsangebot von Innenminister Prokopis Pavlopoulos ab. Pavlopoulos äusserte Bedauern über den Vorfall. Bei einem schuldhaften Handeln müssten die Beamten mit Strafe rechnen.
                      (cpm/ap/sda)

                      >> Quelle

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                      Diktiana
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                        als Antwort auf: WKW #22303

                        Liebe Susanne
                        Lieber Georg

                        Na das ist doch persönlicher. Das freut mich!

                        herzliche Grüsse
                        Udo

                        Diktiana
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                          als Antwort auf: WKW #22198

                          Liebe Marina

                          Deine Antwort kann ich nur unterstützen.
                          Die Pfadfinderzeiten sind doch vorbei für uns.

                          Herzliche Grüsse
                          Udo

                          Diktiana
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                            als Antwort auf: Hungern hinter Gittern #21214

                            Griechische Gefängnisse lassen 6000 Häftlinge frei
                            Zur Entlastung der überfüllten Gefängnisse in Griechenland will die Regierung in Athen etwa die Hälfte der Häftlinge entlassen.

                            Rund 6000 Insassen von griechischen Gefängnissen sollen in den kommenden Monaten entlassen werden. Dies gab Griechenlands Justizminister, Sotiris Hatzigakis, heute an einer Medienkonferenz bekannt. «Wir entlassen etwa 6000 Menschen. Es ist, als ob wir auf einmal drei Gefängnisse schliessen», sagte der Minister. Der Beschluss muss allerdings noch vom Parlament gebilligt werden.

                            Vorangegangen waren heftige Proteste der landesweit 12’315 Häftlinge. Tausende waren in den vergangenen drei Wochen zeitweise in den Hungerstreik getreten. Sieben von ihnen nähten sich sogar mit Nadel und Faden den Mund zu. Die griechischen Gefängnisse sind für rund 5500 Häftlinge ausgelegt. Alle Zellen sind seit Jahren restlos überfüllt.

                            Schwerverbrecher bleiben in Haft

                            Wie der griechische Justizminister weiter mitteilte, sollen sofort rund 1500 Menschen entlassen werden, die sich in Untersuchungshaft befinden. Die Zeit der U-Haft werde von bislang höchstens 18 auf 12 Monate gesenkt. Dies gelte jedoch nicht für Schwerstverbrechen wie Mord. Stufenweise sollen weitere 4500 Häftlinge entlassen werden, indem die meisten Haftstrafen bis zu fünf Jahren in Geldstrafen verwandelt werden.
                            (vin/sda)

                            Erstellt: 20.11.2008, 16:55 Uhr

                            >>Quelle

                            Diktiana
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                              als Antwort auf: enosis Londoner Vertrag #21861

                              Immerhin Sachsen ist ja schon ein Freistaat wie Bayern!
                              Vielleicht fordert Kreta mehr Autonomie, z.B. für den Hanfanbau um nicht mehr auf Polizisten schiessen zu müssen.

                              herzliche Grüsse
                              Udo

                              Diktiana
                              Teilnehmer
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                                Also ich habe so einen Schiefer mal in den Asterousia Bergen gefunden. Habe mir ein paar Stückchen mitgebracht. Man kann lila zeichnen damit.

                                herzlichst
                                Udo

                                Diktiana
                                Teilnehmer
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                                  als Antwort auf: Preisfrage #20695

                                  Malia
                                  Wo ist der Preis?

                                  herzliche Grüsse
                                  Udo

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