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als Antwort auf: Unglaubwürdiges Griechenland #29789
Die Angst vor dem Domino-Effekt
Die Finanzkrise Griechenlands könnte nach Einschätzung von Experten in einer Art Domino-Effekt auch andere «unsichere Staaten» in Europa in Zahlungsprobleme treiben und damit vor allem auch Banken gefährden.
«Das Hauptrisiko für den deutschen Finanzsektor besteht in kollektiven Schwierigkeiten der PIIGS-Staaten», heisst es nach einem «Spiegel»-Vorabbericht in einem internen Vermerk der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin).
Unter den PIIGS-Staaten versteht man an den Finanzmärkten Portugal, Irland, Italien, Griechenland und Spanien. Griechenland könne für solche Schwierigkeiten «möglicherweise der Auslöser sein», schreibt das Blatt unter Berufung auf den Vermerk weiter. Deutsche Banken sollen demnach Papiere dieser Staaten im Wert von 522,4 Milliarden Euro halten, was rund 20 Prozent der gesamten Auslandsforderungen deutscher Banken entspreche. Sie seien «Hauptgläubiger in Spanien und Irland und zweitwichtigster Gläubiger in Italien».
Als Verursacher der gegenwärtigen Turbulenzen haben die BaFin-Fachleute laut «Spiegel» Spekulanten ausgemacht: «Insbesondere unter Hedgefonds finden sich Vertreter, die auf eine Zahlungsunfähigkeit Griechenlands und ein Auseinanderbrechen des Euro-Raums setzen.»
Griechenland-Portfolio halten
Die Forderungen deutscher Banken gegenüber Griechenland bündeln sich dem Bericht zufolge bei ohnehin schon angeschlagenen Instituten. Das mit Abstand höchste Griechenland-Portfolio habe nach Erkenntnissen der BaFin mit 9,1 Milliarden Euro ausgerechnet die Hypo Real Estate (HRE) in den Büchern. Das mittlerweile zwangsverstaatlichte Institut habe sein Engagement in diesem Land vom März bis September vergangenen Jahres um fast 50 Prozent aufgestockt – genau zu jener Zeit, als es mit erheblichen staatlichen Mitteln gestützt wurde. Die Commerzbank, an der der Bund ebenfalls beteiligt ist, soll Griechenland-Papiere im Volumen von 4,6 Milliarden Euro halten. Auch angeschlagene Landesbanken haben demnach im grossen Stil griechische Anlagepapiere gekauft, die LBBW für 2,7 Milliarden Euro, die BayernLB für 1,5 Milliarden Euro.
Eine BaFin-Sprecherin wollte den Bericht auf Anfrage der Nachrichtenagentur DAPD am Samstag nicht kommentieren.
Sinn: «Währungsunion wäre am Ende»
Der Präsident des Münchner ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sieht sogar die ganze Weltwirtschaft für den Fall in Gefahr, dass Domino-Effekte auch andere Länder in die Insolvenz zwingen: «Das kann, wenn man es falsch angeht, die Welt sogar in eine neue Rezession stürzen», sagte er dem «Focus». Wenn die EU Griechenland jetzt fallen liesse, wäre das ein schlechtes Signal für andere unsichere Länder. Sollte auch Irland zahlungsunfähig werden, folgten bald Portugal, Italien und Spanien: «Die Währungsunion wäre am Ende», wird er weiter zitiert.
Der ifo-Chef äusserte sich den Angaben zufolge aber überzeugt davon, dass sich der Absturz der Währungsunion noch abwenden lasse. Griechenland müsse massiv sparen, und zudem müssten der Internationale Währungsfonds (IWF), die Europäische Union und einzelne EU-Länder helfen.
Papandreou geisselt Vetternwirtschaft
Der griechische Ministerpräsident Georgios Papandreou zeichnete derweil im «Spiegel» ein selbstkritisches Bild von der Lage seines Staates und beteuerte zugleich seinen Willen zu einschneidenden Reformen. «Wir wissen, dass wir vor grossen Problemen stehen, an denen wir Griechen selbst schuld sind», wird er zitiert. «In den Behörden und Staatsbetrieben ist Korruption leider weit verbreitet. Unser politisches System fördert Vetternwirtschaft und Geldverschwendung.»
als Antwort auf: Unglaubwürdiges Griechenland #29738Griechischer Premier: EU hätte rigoroser kontrollieren können
Der sozialistische Ministerpräsident Griechenlands, Giorgios Papandreou, hat der Europäischen Union eine Mitschuld an den finanziellen Problemen seines Landes gegeben. Die Staatengemeinschaft habe Griechenland früher nicht scharf genug kontrolliert.
"Die EU hätte in der Vergangenheit rigoroser kontrollieren können, ob der Stabilitätspakt wirklich eingehalten wird – auch bei uns", sagte Papandreou dem "Spiegel" laut Vorabbericht. Dem Europäischen Statistikamt solle in Zukunft direkten Zugriff auf die Daten der einzelnen Mitgliedsstaaten ermöglicht werden.
"Das haben wir vorgeschlagen, aber nicht alle Länder wollen soviel Transparenz." Das hoch verschuldete Griechenland hatte jahrelang die Statistiken gefälscht, um sein Haushaltsdefizit von 12,7 Prozent gegenüber den anderen EU-Ländern zu verschleiern. Nach dem Stabilitätspakt der Euro-Länder darf das Defizit maximal nur drei Prozent betragen.
Sorgen über die Zahlungsfähigkeit Griechenlands lasten seit Wochen auf dem Euro und bedrohen die Stabilität des Euro-Raums. Hilfen der Euro-Länder für Griechenland könnten sich nach einem unbestätigten Bericht des Magazins "Der Spiegel" auf 20 bis 25 Mrd. Euro belaufen.
Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder hatten vorige Woche Griechenland Beistand zugesagt. Sie nannten aber keine konkreten Hilfen.
als Antwort auf: Altsteinzeitliche Seefahrer erreichten Kreta #27919Urmenschen erreichten Kreta per Schiff
Der Homo erectus wurde bisher schwer unterschätzt
Eine Sammlung von Faustkeilen, die Forscher auf der Insel Kreta gefunden haben, bringen die Vorstellung unserer Vorfahren gehörig ins Wanken. Mindestens 130.000 Jahre dürften die Steinwerkzeuge afrikanischen Stils alt sein, berichten der US-Forscher Thomas F. Strasser und seine griechische Kollegin Eleni Panagopoulou auf der Jahrestagung der amerikanischen Archäologen. Stimmt die These, so haben sich Urmenschen schon lange vor dem Homo sapiens in Booten auf das Meer gewagt, was man ihnen bisher nicht zugetraut hatte.
Der bemerkenswerte Fund von über 2.000 Steinobjekten – darunter Faustkeile aus Quarz, Beile und Schürfgeräte – gelang den Forschern nahe des 450-Seelen-Dörfchens Plakias an Kretas Südküste. Ihrer Form nach gehören die Objekte der Acheuléen-Kultur an, worunter man einen vor allem vom Homo erectus in Afrika und ganz Eurasien verwendeten Herstellungsstil versteht. Die Geräte könnten bis zu 700.000 Jahre alt sein, eine geologische Untersuchung der Bodenschicht ringsum deutet auf "mindestens 130.000 Jahre".
Neuer Blick auf Besiedelung Europas
Kreta ist schon seit über fünf Mio. Jahre lang eine Insel, weshalb die Werkzeughersteller mit Booten über das Meer gekommen sein mussten. Die Geschichte des Mittelmeeres dürfte somit laut den Archäologen schon 100.000 Jahre früher begonnen haben als man bisher angenommen hatte, setzt man doch den Zeitpunkt der frühesten Besiedlung Zyperns und Sardiniens auf vor 12.000 Jahren. Darüber hinaus könnte es auch Hinweis auf die erste Bootsfahrt überhaupt sein, lange vor der Schiffsreise des Homo sapiens über Indonesien nach Australien vor 60.000 Jahren.
Schließlich könnte die Annahme, dass schon die Vorfahren des Homo sapiens Schiffsbauer waren, auch einen völlig neuen Blick auf die Besiedelung Europas bedeuten. Auch in unseren Breiten setzte sich die Acheuléen-Kultur durch, wobei die Wissenschaft bisher der Weg über Nordafrika, den nahen Osten, die Türkei und die Balkanhalbinsel als Verbreitungsroute annahm. Knochen- und Werkzeugfunde sprechen dafür, dass frühe Hominiden auch die Meerenge von Gibraltar überwunden und so die iberische Halbinsel erreicht haben.
als Antwort auf: Unglaubwürdiges Griechenland #29680Den Griechen geht das Benzin aus
In Griechenland wird das Benzin knapp. Grund ist der anhaltende Streik der Zollbediensteten gegen den harten Sparkurs der Regierung zur Haushaltssanierung.
Kein Benzin mehr: Viele Tankstellen haben geschlossen.
Der Streik behindert die Im- und Exporte. Viele Tankstellen in Athen sind geschlossen. An anderen wurde die Abgabemenge rationiert, beispielsweise auf 20 Euro pro Kunde. An einigen Tankstellen regelten Polizisten den Verkehr, weil sich die Autos zum Teil hunderte Meter stauten. Verschärft wurde die Situation durch einen 24-stündigen Streik der Taxifahrer.
Mit den Arbeitsniederlegungen protestieren die Gewerkschaften gegen ein Sparprogramm der Regierung, das als Reaktion auf die ausufernde Haushaltskrise beschlossen wurde. Das Staatsdefizit liegt bei 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Die EU hat die Regierung in Athen verpflichtet, das Defizit noch in diesem Jahr auf 8,7 Prozent zu senken. Bis 2012 soll es dann unter drei Prozent fallen.
«Kriegserklärung»
Zu den von der Regierung angekündigten Massnahmen gehören das Einfrieren der Gehälter im öffentlichen Dienst, Kürzungen bei Bonuszahlungen, die Erhöhung des durchschnittlichen Renteneintrittsalters um zwei Jahre auf 63 und höhere Steuern. Der Vorsitzende des Gewerkschaftsdachverbandes GSEE, Iannis Papagopoulos, bezeichnete die geplanten Einschnitte bei den Beschäftigten im öffentlichen Dienst als «Kriegserklärung». Die Massnahmen müssten sozial gerecht sein, und das habe man bisher nicht gesehen, sagte Papagopoulos.
Der Streik der Zollbediensteten war ursprünglich auf drei Tage angesetzt. Am Donnerstag kündigte die Gewerkschaft allerdings weitere Arbeitsniederlegungen bis kommenden Mittwoch an. An diesem Tag ist auch ein Generalstreik geplant.
als Antwort auf: Unglaubwürdiges Griechenland #29546EU-Finanzministerrat beschliesst Sparprogramm für Griechenland
Griechenland muss sich nach einem Beschluss der EU auf einen noch härteren Sparkurs vorbereiten. Die EU-Finanzminister gaben dem schuldengeplagten Euro-Land eine Frist bis zum 15. März, um zusätzliche Massnahmen zur Sanierung des Staatshaushalts vorzuschlagen.
Die Minister erhöhten damit den Druck auf das hoch verschuldete Mittelmeerland, sein ausgeufertes Defizit bis 2012 wieder in den Griff zu bekommen.
"Jetzt müssen sie bis 15./16. März – das ist ein Schlüsseldatum – neue Vorschläge vorlegen", sagte der österreichische Finanzminister Josef Pröll. Athen hatte schon Gehaltskürzungen für Beamte und höhere Steuern auf Alkohol und Tabak angekündigt.
Bereits jetzt sind die Sparpläne in Griechenland unpopulär: Vergangene Woche gingen mehr als 10’000 Staatsbeamte auf die Strasse.
Die EU-Finanzminister verabschiedeten in Brüssel ein knallhartes Sparprogramm für Athen. Allein im laufenden Jahr muss Griechenland seine auf knapp 13 Prozent der Wirtschaftsleistung angestiegene Neuverschuldung um vier Punkte kappen.
Nach dem Überprüfungstermin am 15. März muss Griechenland am 15. Mai das nächste Mal Fortschritte beim Schuldenabbau nachweisen und dann alle drei Monate Brüssel Bericht erstatten.
Im laufenden Defizitstrafverfahren drohen Griechenland vom Sommer an Sanktionen wie milliardenschwere Geldbussen, falls die Sanierung nicht klappt.
Angesichts der prekären Lage des Sünders wird es aber derzeit in Brüssel als kontraproduktiv gesehen, über Strafen zu debattieren. Die Finanzmisere des Mittelmeerlandes drückt auf den Euro-Kurs und belastet das Vertrauen der Finanzmärkte.
als Antwort auf: Unglaubwürdiges Griechenland #29198Wie Goldman Sachs den Griechen half, Schulden zu verschleiern
Griechenland hat über Jahre seine Finanzlage geschönt. Die Finanzbranche hat dem Land mit komplexen Derivatstrukturen dabei geholfen – allen voran Goldman Sachs.
Die Finanzbranche ist innovativ. Sie hat die Produkte im Angebot, um selbst die finanzielle Lage von Staaten besser aussehen zu lassen, als sie ist. Und wenn diese vom Bankrott bedroht sind, kann sie daraus gleich noch einmal Profit ziehen. Für beides bietet die Griechenlandkrise Anschauungsmaterial. Wie heute bekannt wurde, haben Banken der griechischen Regierung über komplexe Derivatstrukturen ermöglicht, die laufende Verschuldung zu verschleiern.
Laut angelsächsischen Quellen ist vor allem ein Geschäft der griechischen Regierung mit Goldman Sachs bekannt geworden. Dabei dreht es sich um einen so genannten «Cross Currency Swap» aus dem Jahr 2002, den die griechische Regierung über die US-Investmentbank abgewickelt hat. Bei solchen Swaps werden Zinszahlungen und manchmal auch Schulden in verschiedene Währungen getauscht. Gewöhnlich besteht der Zweck darin, damit möglichst gute Zinsbedingungen für einen Schuldner zu erreichen.
Eine Milliarde in die Zukunft verschoben
Doch in diesem Fall lag der Zweck des Deals vor allem darin, laufende Schulden im Umfang von einer Milliarde Euro in zukünftige umzuwandeln und damit zu verschleiern. Der Deal wurde laut einem ehemaligen hohen Beamten des griechischen Finanzministeriums mehrere Male erneuert. Als neues Mitglied der Eurozone musste das Balkanland die Bedingung erfüllen, kein Budgetdefizit von mehr als 3 Prozent und keine Gesamtverschuldung von mehr als 60 Prozent gemessen am eigenen Bruttoinlandprodukt auszuweisen. Griechenland hat die Ziele allerdings nie erreicht – trotz der Trickserei.
Die griechische Regierung liess heute verlauten, der Deal sei damals legal gewesen, heute sei er das allerdings nicht mehr. Solche Geschäfte würde Griechenland auch nicht mehr abschliessen. Erst im letzten Herbst hat die Regierung das offenbar auch bewiesen. Im November ist der Chief Operating Officer (COO) von Goldman Sachs, Gary Cohn – nach Lloyd Blankfein die Nummer Zwei der Bank – nach Griechenland gereist und hat der Regierung einen Swap angeboten, mit dem Verpflichtungen aus dem Gesundheitswesen in die Zukunft verschoben werden könnten. Die Regierung hat abgelehnt. Goldman Sachs nimmt laut Bloomberg bisher keine Stellung zu diesen Vorwürfen.
Verschleierungsdeals sind nichts Ungewöhnliches
Solche Angebote zur Verschleierung der Finanzlage von Staaten sind nichts Neues. Laut dem britischen «Independent» hat sich bereits Italien vor seinem Euro-Beitritt auf einen entsprechenden Deal mit der US-Bank JP Morgan eingelassen.
Jetzt, wo im Falle von Griechenland die Verschuldungsprobleme zu allgemeiner Nervosität auf allen Märkten geführt haben, zeigt sich die Finanzindustrie erneut innovativ. Diesmal allerdings nicht zum Nutzen des verschuldeten Landes. Durch verschiedene Strategien versuchen Banken und Hedge Funds von den Ängsten um einen Staatsbankrott zu profitieren (Siehe Link). Ironie der Geschichte: Auch dabei soll Goldman Sachs wieder die Finger im Spiel haben.
als Antwort auf: Unglaubwürdiges Griechenland #29083Hallo Westi
Es gibt verschiedene Aspekte des Ganzen, zum Beispiel dieses:Wie Spekulanten von der griechischen Tragödie profitieren
Hedge-Funds und Investmentbanken wetten gegen den Euro und setzen auf Ängste vor einem Staatsbankrott von Staaten wie Griechenland. Je schlechter es diesen geht, desto höher ist der Gewinn der Spekulanten.
Ein Leerverkauf beziehungsweise ein «Short» auf eine Währung funktioniert so: Wettet ein Spekulant – zum Beispiel ein Hedge-Fund – gegen eine Währung wie den Euro, leiht er sich grosse Summen davon zum Beispiel über Bankkredite. Darauf verkauft er diese Euro gegen eine andere Währung, zum Beispiel den Dollar. Da dieses Geld dem Verkäufer nicht wirklich gehört, spricht man von einem Leerverkauf oder einer «Short Position». Diese Verkäufe alleine setzen den Euro schon unter Druck. Wertet der sich deutlich genug ab, kauft der Spekulant die Euros wieder zurück und bezahlt damit die Kredite wieder zurück. Dank der Abwertung hat er aber jetzt für seine Dollars mehr Euros erhalten, die er – abzüglich der Kreditkosten – als Gewinn verbuchen kann. Das grösste Risiko für Leerverkäufer ist ein Wertzuwachs der attackierten Währung. In diesem Fall kann der Verlust für den Spekulanten dramatisch ausfallen.
Ein Leerverkauf auf ein Wertpapier wie zum Beispiel eine Staatsobligation oder auf Aktien funktioniert fast gleich. Der Unterschied besteht einzig darin, dass sich die Spekulanten in diesem Fall die Wertpapiere leihen und sie darauf ebenfalls in der Hoffnung verkaufen dass ihr Kurs genügend stark sinkt.
Staaten in Not ziehen Spekulanten an, wie Kuhfladen die Schmeissfliegen. Das zeigt sich auch wieder im Fall von Griechenland. Besonders beliebt sind Währungsspekulationen. Marktnahe Internetseiten berichten bereits von rekordverdächtigen Wetten gegen den Euro. In der Praxis geschieht das über sogenannte Leerverkäufe, bzw. «Short»-Positionen (siehe Box links).
Laut verschiedenen Quellen befinden sich die Wetten gegen den Euro auf rekordverdächtigen Niveaus. Gegenüber dem Vorjahr haben sie sich beinahe verdoppelt, im Vergleich zum Dezember haben sie um 10 Prozent zugenommen. Das weckt Erinnerungen an das grosse Vorbild aller Währungsspekulanten, den Hedge-Fund-Manager George Soros. 1992 hat er mit einer Wette gegen das britische Pfund mehr als eine Milliarde Dollar kassiert – auf Kosten der britischen Steuerzahler.
Spekulationen auf «Spreads»
Doch Leerverkäufe gegen Währungen sind nur die simpelste Methode, wie aus der Not eines Landes Profit geschlagen werden kann und im Fall des Euro noch dazu eine unpräzise: Schliesslich umfasst die Gemeinschaftswährung auch stabilere Staaten als Griechenland. Die Probleme des Balkanlandes können mit anderen Mitteln viel besser ausgenützt werden: In den Fokus sind sogenannte Spekulationen auf «Spreads» geraten – hier spekulieren Hedge-Funds oder Banken auf Unterschiede in den Bewertungen von Anleihen.
Wetten sie darauf, dass die Ängste um Griechenland zunehmen, werden Staatsanleihen von Griechenland stärker an Wert verlieren als jene von Deutschland. Das bedeutet, dass der Renditeunterschied (der «Spread») zwischen griechischen und deutschen Anleihen zunimmt. Hedge-Funds machen sich das zunutze, indem sie die griechischen Anleihen leer verkaufen und das Geld in deutsche Anleihen investieren. Die Folge für Griechenland: Die Anleihen geraten erst recht unter Druck und die Kosten für die Bedienung der Staatsschulden steigen an.
Profitieren von der Not
Besonders beliebt unter Spekulanten ist allerdings ein noch komplexeres «Spread»-Geschäft, jenes zwischen gehandelten Kreditversicherungen (Credit Default Swaps CDS) und Staatsanleihen von Griechenland. Laut verschiedenen Berichten sind hier eine Reihe grosser Hedge-Funds, aber auch Wallstreet-Banken wie Goldman Sachs involviert.
CDS eigenen sich als Absicherung für jene, die Staatsanleihen halten. Denn die CDS garantieren eine Entschädigung, wenn die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls steigt und die Anleihe deshalb an Wert verliert. Daher steigt aber auch der Preis eines CDS, wenn die Ängste zunehmen.
Damit eignen sich CDS genauso gut, um von Ängsten zu profitieren, wie Leerverkäufe von Staatsanleihen. Und auch diese Spekulation verschlimmert die Lage für die Griechen: Die spekulativ verteuerten CDS erhöhen die Absicherungskosten und werden auf den Märkten als Signal für ein höheres Risiko eines Staatsbankrotts gesehen. Die Griechen können ihre Staatspapiere so noch schlechter an Investoren bringen und müssen höhere Zinsen bieten.
Die perverse Versicherung
Das Schlimmste an diesem Geschäft ist allerdings, dass die Spekulanten jedes Interesse haben, Ängste zu schüren – auch zur Lage in anderen Ländern mit ähnlichen Problemen: Denn wenn der Leidensdruck steigt, profitieren die Spekulanten am meisten. Im Zusammenhang mit der Kreditversicherungen durch CDS ist das besonders pervers: «Mit dem Instrument haben wir der Wallstreet einen grossen Anreiz gegeben, Häuser niederzubrennen», schrieb in einem Kommentar in der «Financial Times» der Anlagespezialist James Rickards.
Rickards weiss aus eigener Erfahrung, wovon er spricht. Er selbst war für einen der berühmtesten Hedge-Funds tätig, der ebenfalls auf «Spreads» spekuliert hat: Long Term Capital Management (LTCM). Immerhin zeigt dessen Geschichte auch, dass die Spekulationen daneben gehen können: LTCM hat sich im Jahr 1998 an Wetten auf die russische Verschuldung übernommen. Als der russische Staat Bankrott ging, musste die US-Zentralbank einschreiten, um wegen dem Zusammenbruch von LTCM eine schwere Krise der gesamten Finanzindustrie zu verhindern.
als Antwort auf: Unglaubwürdiges Griechenland #28810Griechen befürchten Streiks und Unruhen
Die angekündigte Rosskur im Kampf gegen den Staatsbankrott wird laut einer Umfrage zu sozialen Verwerfungen in Griechenland führen.
Die Mehrheit der Griechinnen und Griechen befürchtet, dass es wegen des Sparprogramms zur Eindämmung der enormen Schulden des Landes zu Unruhen kommen könnte. Nach einer repräsentativen Umfrage, die die Athener Zeitung «Kathimerini» am Sonntag veröffentlichte, sind 80 Prozent der Befragten der Ansicht, dass dem Land in den kommenden Monaten «intensive Streiks» und zu «soziale Unruhen» bevorstehen.Den regierenden Sozialisten unter Ministerpräsident Giorgos Papandreou trauen 40 Prozent der Befragten die Führung des Landes aus der Krise zu. Nur sieben Prozent glauben, die im Oktober vergangenen Jahres abgewählten Konservativen der Nea Dimokratia könnten dies besser.
Sparprogramm geht nicht weit genug
Die Griechen bewerten den Sparkurs ihrer Regierung als notwendig, aber unzureichend. Wie aus einer in der Zeitung «Proto Thema» am Sonntag veröffentlichten Befragung hervorgeht, erachten 65 Prozent der Griechen die Rosskur als erforderlich. Aber nur 41 Prozent der Befragten denken, dass die Pläne genügen, um das Land aus der Schuldenkrise zu führen.
Knapp 56 Prozent sind der Meinung, dass die Angestellten im öffentlichen Dienst trotz der Haushaltskürzungen weiterhin besser gestellt sind als die Arbeitnehmer im Privatsektor.
Politiker als Hauptschuldige
Fast 64 Prozent sehen die Politiker als die Hauptschuldigen für die Haushaltsmisere. Nach Ansicht von knapp 61 Prozent der Befragten geht das Krisenmanagement von Ministerpräsident Giorgos Papandreou aber in die richtige Richtung.
Athen hat sich verpflichtet, unter strenger EU-Aufsicht und mit der Beratung von Experten der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Internationalen Währungsfonds (IWF), seine Neuverschuldung bis 2012 unter die erlaubte Marke von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu drücken. Allein dieses Jahr soll das Defizit um vier Prozentpunkte sinken. 2009 hatte die Neuverschuldung in Griechenland 12,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreicht.
Widerstand der Gewerkschaften
Die regierenden Sozialisten haben Lohnkürzungen angekündigt, die nach Ansicht der Gewerkschaften 20 Prozent erreichen könnten. Anfang des Monats waren die indirekten Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe drastisch erhöht worden. Zudem soll es Kürzungen bei den Renten und eine Erhöhung des Rentenalters geben.
Die Gewerkschaften kündigten massiven Widerstand an. Am 24. Februar soll das Land durch umfangreiche Streiks lahmgelegt werden. Ab Dienstag wollen die Zollbeamten für drei Tage streiken.
als Antwort auf: rauchverbot #29197Den Rauchern fällt immer viel ein um sich aus der Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen zu drücken, auch sonderbare Vergleiche, siehe kretadick. Ich rauche auch ab und zu eine Pfeife, aber nicht in geschlossenen Räumen, bin also kein Nichtraucher.
Rauchen in Räumen schadet ganz einfach den sich im Raum befindenden Personen. Mit gegenseitiger Toleranz hat das nichts zu tun. Speziell das Personal kann sich hier schlecht wehren. Und die Schädlichkeit der Feinstaubbelastung ist gross.Herzliche Grüsse
UdoNaja in Basel findet die Fasnacht vom 22. – 24. Februar statt. Mit Umzügen am Montag und Mittwoch. In Liestal ist der grosse Kienbesenumzug ( mit Eisenwägen die vollgeladen mit brennendem Holz sind und durch das historische Stättchen geschoben werden) am Sonntag den 21. Februar. Also alles nach Eurem Aschermittwoch.
Herzliche Grüsse
Udoals Antwort auf: Unglaubwürdiges Griechenland #28447Griechen fühlen sich von Brüssel schlecht behandelt
Ihre Athens grösste Zeitungen reagieren empört auf die Vorschriften, welche die EU dem Mittelmeerstaat macht. Und der Regierungschef setzt einen obendrauf.
Der griechische Regierungschef Giorgos Papandreou kritisiert die EU: Im Zusammenhang mit der Schuldenkrise seines Landes habe es «einen Mangel an Abstimmung zwischen den Organen der Europäischen Kommission, der EU und der Europäischen Zentralbank» gegeben. Es seien sogar «Differenzen innerhalb dieser Organe» aufgetreten, sagte Papandreou am Freitag an einer live übertragenen Kabinettssitzung in Athen. Zugleich machte er geltend, Griechenland sei «weder eine wirtschaftliche noch eine politische Super-Macht», die den Kampf gegen den Schuldenberg allein führen könne.
Die EU nutze ihren Einfluss nicht ausreichend, klagte der Ministerpräsident. «Mein Empfinden ist, dass Europa noch nicht verstanden hat, welche Kraft es hat, Regeln und Politikstrategien auszuarbeiten, um den internationalen Märkten die Stirn zu bieten.»
Keine Finanzhilfen
Die EU habe Griechenland zwar ihre Unterstützung zugesagt, im «Kampf gegen den Druck und die Psychologie der Märkte» bedürfe es aber eines entschlosseneren Vorgehens. «Heute steht die Glaubwürdigkeit Europas auf dem Spiel und ihr Wille, sich den internationalen Märkten zu stellen», sagte Papandreou.
Er informierte sein Kabinett bei der Sitzung über die Ergebnisse des EU-Sondergipfels zu Griechenland am Donnerstag in Brüssel. Dabei hatten sich die Staats- und Regierungschefs auf politische Rückendeckung für Athen geeinigt. Vorerst erhält das hoch verschuldete Griechenland also keine Finanzhilfen.
«Protektorat!»
Die griechische Presse reagierte schockiert auf die Ergebnisse des Gipfels: «Uns wurde ein dreifaches Korsett verpasst», titelte die konservative Zeitung «Apogevmatini». Die engen Korsetts seien die EU-Kommission, die Europäische Zentralbank und der Internationale Währungsfonds. Diese sollen das harte Sparprogramm kontrollieren.
«Protektorat!» hiess der Tenor in der Zeitung «Makedonia». «Hoffentlich wird dieses Korsett am Ende keine Zwangsjacke», kommentierte ein Radiomoderator mit Blick auf die drohenden sozialen Unruhen. Die Gewerkschaften machen landesweit für einen Generalstreik am 24. Februar mobil.
Gewerkschaften rufen zum Aufstand auf
Die sozialistische Regierung unter Ministerpräsident Papandreou hätten bereits Lohnkürzungen von bis zu 20 Prozent verordnet, klagen die Gewerkschaften und rufen zum «Aufstand» auf. Die Regierung dagegen spricht von Reduzierungen zwischen 1,0 und 5,5 Prozent monatlich.
Das Durchschnitts-Rentenalter soll von heute 61 auf 63 Jahre steigen. Die indirekten Steuern auf Tabak, Treibstoffe und Spirituosen wurden drastisch erhöht.
als Antwort auf: Unglaubwürdiges Griechenland #28224Vorerst keine Finanzhilfe der EU für Griechenland
Die EU-Staats- und Regierungschefs unterstützen die griechischen Spar-Anstrengungen, jedoch ohne Finanzhilfen. Notfalls würde dem hoch verschuldeten Euro-Land aber von den Mitgliedern der Eurozone geholfen, wie es hiess.
Diese mögliche Hilfe ist in einer Erklärung festgehalten, auf die sich die "Chefs" der 27-EU-Länder einigen konnten. Laut dem ständigen EU-Ratspräsidenten Herman Van Rompuy ist die Einigung auf diese Erklärung sowohl Zeichen des politischen Willens der EU-Staaten, als auch ein politisches Signal nach aussen.
Von einem klaren Signal sprachen auch Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel an einer gemeinsamen Medienkonferenz. "Die Europäische Union steht zu Griechenland", sagte Merkel weiter. Es sei aber notwendig, dass Griechenland erst einmal seine Aufgaben erfülle.
Dazu wird das Land auch in der Erklärung aufgefordert. Die griechische Regierung müsse die Massnahmen "rigoros und entschieden" umsetzen. Dazu gehöre, dass das Defizit von 12,7 Prozent 2010 um 4 Prozent gesenkt wird.
Nebst der Verantwortung Griechenlands hob Van Rompuy auch die Solidarität hervor. So würden die Mitglieder der Eurozone koordiniert vorgehen, um die finanzielle Stabilität in der Eurozone zu garantieren. Da Griechenland keine Finanzhilfe verlangt habe, sei es auch nicht nötig gewesen, in dieser Richtung aktiv zu werden, sagte Van Rompuy.
Griechenlands Ministerpräsident Giorgos Papandreou begrüsste die Notfall-Zusagen. "Die EU hat eine glasklare Botschaft an die Märkte gesandt, die jeden Spekulanten warnt", sagte er in Brüssel.
EU und Eurozone hätten gezeigt, dass sie abgestimmt handeln würden, um die Stabilität der Eurozone zu zeigen. Griechenland sei in einer sehr schwierigen Lage.
"Griechenland hat auf internationaler Ebene und unter den EU-Partnern jede Glaubwürdigkeit verloren." Die Regierung sei entschlossen, diese zurückzugewinnen – wenn nötig, mit weiteren Massnahmen.
als Antwort auf: rauchverbot #28809Naja, es geht hier ja nicht nur um Geselligkeit. In Deutschland sterben jedes Jahr Tausende, weil sie passiv mitgeraucht haben. Tabakrauch ist einfach Krebserzeugend und Herz-Kreislaufschädigend etc. Das ist nicht zu verharmlosen. In den Ferien geht das schnell vergessen.
Das Personal in Raucherlokalen wird übrigens massiv gesundheitlich geschädigt!
Liebe Grüsse
Udoals Antwort auf: Papandreou: Griechenland hat EU nicht um Finanzhilfe gebeten #29389Europäische Minister zerstreuen am G7-Gipfel Angst vor Griechenland
Am Gipfeltreffen der G-7-Finanzminister haben die Europäer versucht, die Furcht vor neuen weltwirtschaftlichen Verwerfungen wegen Griechenland zu zerstreuen. Die Finanznöte Griechenlands, Portugals und Spaniens hatten unlängst zu einer Schwächung des Euro geführt.
Der G7-Gipfel findet im Norden Kanadas statt. Jean-Claude Juncker, Delegationsleiter der Euro-Länder, versicherte nach dem zweitägigen Treffen im Städtchen Iqaluit im Norden Kanadas, das Problem Griechenland werde von den Europäern gelöst. Ein Fall für den Internationalen Währungsfonds (IWF) sei Griechenland jedenfalls nicht, doppelte der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble nach.
Erstmals seit Jahren gab die G7 am Ende eines Treffens keine Schlusserklärung heraus. Dies soll deutlich machen, dass die Gruppe der sieben grössten "alten" Industrieländer, die als Folge der Krise in der Bedeutung von der Gruppe der 20 führenden Schwellen- und Industrieländer (G20) abgelöst wurde, in Zukunft wieder informeller arbeiten will.
Trotz der jüngsten Bewegungen an den Devisenmärkten sahen die G7 nach den Worten von Eurogruppen-Chef Juncker keinen Grund, einen neuen Ton in ihre Bewertung der Wechselkursentwicklung anzuschlagen. US-Finanzminister Timothy Geithner erneuerte das Bekenntnis der USA zu einem starken Dollar.
Vorangekommen ist man offenbar auch im Hinblick auf ein abgestimmtes Vorgehen bei der Regulierung der Finanzmärkte. Insbesondere gebe es einen Konsens, dass die Banken für den Teil der Finanzkrise, den sie zu verantworten hätten, zur Kasse gebeten werden sollten, sagte Kanadas Finanzminister Jim Flaherty. Die Instrumente dafür seien aber weiter offen.
Lösungen sollen nach gemäss Schäuble beim G20-Gipfel im Juni in Toronto gefunden werden. Den Weg dafür bereiten soll eine internationale Finanzkonferenz in Berlin Mitte Mai, zu der der deutsche Minister einlud.
als Antwort auf: Papandreou: Griechenland hat EU nicht um Finanzhilfe gebeten #29296Lieber lommel
Es waren nicht die Griechen, die die erste Hochkultur in Europa schufen, aber es waren die Griechen (Achäer/Mykenische Kultur), die den Minoern nach entsetzlichen Naturkatastrophen den Todesstoss versetzten.
Liebe Grüsse
Udo -
AutorBeiträge
