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Verletzte bei Angriff auf Polizei in Athen
Athen (dpa) – Unbekannte haben am Dienstagabend in Athen eine Polizeistation angegriffen und sechs Polizisten verletzt. Nach Medienberichten eröffneten vier Vermummte aus automatischen Waffen das Feuer auf die Polizeiwache in einem Vorort der griechischen Hauptstadt.
Mindestens 40 Schüsse seien abgefeuert worden, anschließend seien die Täter auf zwei Motorrädern entkommen. Die Opfer wurden umgehend in das nächste Krankenhaus gebracht. Zwei verletzte Polizisten befanden sich den Meldungen zufolge in kritischem Zustand.
Kurz nach der Tat wurde ein Fluchtmotorrad an einer Metro-Station unweit der Polizeiwache im Vorort Agios Pareskevis entdeckt. Auf der suche nach den Tätern kontrollierten starke Polizeikräfte im Norden Athens zahlreiche Autos. Die Hintergründe des Angriffs waren unklar, zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Nach Medienberichten erinnerte der Anschlag aber an vorherige Taten der Gruppe «Revolutionärer Kampf», der meistgesuchten Terrorgruppe des Landes.
In Griechenland kommt es seit fast einem Jahr immer wieder zu Angriffen und Anschlägen auf Banken oder Firmengebäude internationaler Konzerne. Immer wieder ist auch die Polizei Ziel von Attacken. Im Dezember vergangenen Jahres war ein Jugendlicher bei Auseinandersetzungen zwischen Autonomen und Sicherheitskräften tödlich von einer Polizeikugel getroffen worden. Daraufhin kam es zu den schwersten Unruhen in Griechenland seit Jahrzehnten.
Die neue sozialistische Regierung in Athen hatte angekündigt, die Gewalttaten der anarchistischen und linksextremistischen Gruppen zu stoppen. Erst am Dienstag hatte die Polizei eine Belohnung von 600 000 Euro für Informationen ausgesetzt, die zur Verhaftung von Kriminellen mit Verbindungen zu Terrorgruppen führen.
Terroristen verletzen sechs Polizisten bei Angriff auf Polizeiwache
Griechenland / Athen. Fünf Polizeibeamte und ein weiblicher Kadett wurden am Dienstagabend bei einem terroristischen Überfall im Athener Vorort Agia Paraskevi verletzt, zwei davon schwer. Die Gruppe der Angreifer bestand aus mindestens vier Personen, die nach dem Anschlag auf Motorrädern entkommen konnten. Während des Überfalls, der sich gegen 22.00 Uhr ereignete, feuerten die Täter mit zwei Sturmgewehren vom Typ Kalaschnikow rund 100 Schuss auf die Polizisten ab, die gerade die Wachablösung vollzogen. Anschließend warfen die Angreifer noch eine Handgranate. Am schwersten verletzt wurde die junge Kadettin, die sich noch in der Ausbildung befindet. Gemeinsam mit den anderen Verletzten wurde sie in eines der umliegenden Krankenhäuser gebracht.
Der für die Polizei zuständige Minister für den Schutz des Bürgers, Michalis Chryssochoidis, besuchte sowohl den Tatort als auch die verletzten Polizisten im Krankenhaus. Er stellte fest, dass es sich um eine „feige, mörderische und hundertprozentig terroristische Aktion" gehandelt habe. Er fügte hinzu: „Gewalt, besonders mörderische Gewalt, ist der schlimmste Feind der Gesellschaft. Blinde Gewalt gegen 20jährige junge Leute ist verachtenswert und abscheulich." Außerdem forderte er die Öffentlichkeit dazu auf, „sich für die Demokratie zu versammeln und diese zu beschützen." Seine Botschaft an die Terroristen lautete: „Ihr werdet nicht davon kommen. Ich möchte der gesamten griechischen Gesellschaft mitteilen, dass wir präsent sind. Griechenland wird nicht zur Domäne des Terrors werden. Diese mordenden Schlägertypen werden festgenommen und vor Gericht gestellt."
Premierminister Jorgos Papandreou verschob seinen geplanten Abflug nach Stockholm, wo er zu einer Konferenz der sozialistischen Partei Schwedens eingeladen war, um die Opfer des Anschlags im Krankenhaus zu besuchen. Er sprach mit den leichter verletzten Personen sowie mit dem Vater der schwer verletzten Kadettin. Weiteren Besuch erhielten die verletzten Polizisten u.a. von der Ministerin für Gesundheit und Soziale Solidarität, Mariliza Xenogiannakopoulou, sowie vom Vorsitzenden der Volkssammlungsbewegung LAOS, Jorgos Karatzaferis.
Bei einer Ansprache zum gestrigen Ochi-Tag in Thessaloniki verurteilte auch der Präsident der Republik Griechenland, Karolos Papoulias, die Attacke als „feige, terroristische Aktion, die unschuldige Leben aufs Spiel gesetzt hat."
Seitens der Nea Dimokratia äußerte sich u.a. Dora Bakojanni zu dem Vorfall: „Die schreckliche Aktion in der vergangenen Nacht muss auf eine einheitliche Antwort stoßen. Die griechische Gesellschaft kann und wird so etwas nicht akzeptieren!"
Die Regierung schließt aus, dass es sich bei dem Attentat um eine Reaktion auf die Fahndung nach drei wichtigen Köpfen der Terroristenszene handelt, auf die am Dienstag 600.000 Euro Belohnung gesetzt wurden. Die Motorräder, die die Täter benutzten, waren allerdings bereits vor längerer Zeit gestohlen worden. Die Polizei fand diese Maschinen mit angestellten Motoren an einer U-Bahn-Station.
Ähnliche Anschläge hatten sich in den letzten Monaten mehrfach ereignet, dazu bekannten sich Terrorgruppen wie „Sekte der Revolutionäre" und „Revolutionärer Kampf". Im Juni war ein Polizeibeamter bei einem dieser Überfälle erschossen worden, bereits im Januar war ein weiterer Beamter schwer verletzt worden. -
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