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Blindflug in Weltwirtschaftskrise
Statt Spekulanten zur Kasse zu bitten, riskieren Europäische Zentralbank und IWF mit weiteren Milliardenkrediten das Schlimmste.
Ohne die zwölf Milliarden Euro Kredit, welche die EU, die Europäische Zentralbank EZB und der Internationale Währungsfond IWF am Freitag Griechenland bis im Juli versprach, hätte Griechenland schon bald kein Geld mehr, um seine Staatsobligationen zu verzinsen und weitere staatlichen Verpflichtungen nachzukommen. Doch diese zwölf Milliarden werden bald schon aufgebraucht sein. Weitere Kredite sollen schon vor Ende Juni vereinbart und noch dieses Jahr ausbezahlt werden. «Bereits verlorenem Geld wird wahrscheinlich neues nachgeworfen, um ein Scheitern der Politik vorläufig zu übertünchen», kommentiert die NZZ.
Die kurze Verschnaufpause löst das Problem von Griechenlands Kreditgebern nicht
Damit die in- und ausländischen Gläubiger (noch) nicht zu Schaden kommen – darunter auch Schweizer Banken, Versicherungen und einzelne Pensionskassen – soll Griechenland von der Europäischen Zentralbank EZB und dem Internationalen Währungsfond IWF weitere insgesamt 60 Milliarden Euro Kredit zugesprochen erhalten, erklärte ein Mitglied des EZB-Direktoriums. Denn die 120 Milliarden bisher zugesagten Kredite werden noch vor Ende 2012 aufgebraucht sein. Auf dem freien Kapitalmarkt kann sich der griechische Staat kein Geld mehr holen, denn er müsste dafür mindestens 16 Prozent Zins jährlich zahlen.
Im Gegenzug zu den im Vergleich günstigen Krediten der EZB und des IWF muss Griechenland die Rosskur für die Bevölkerung verschärfen, Sozialausgaben weiter kürzen, Staatsangestellte massenweise entlassen und die Mehrwertsteuer stark erhöhen. Verkaufen oder Privatisieren muss der griechische Staat Beteiligungen an Telefongesellschaften, grossen Häfen und vieles mehr im Wert von 50 Milliarden Euro.
Hilfe für Banken, nicht für Griechenland………
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