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«Griechenland funktioniert wie seinerzeit die Sowjetunion»
Der Grieche Harris Dellas lehrt an der Universität Bern Volkswirtschaft. Seine Analyse der Lage in Griechenland ist ernüchternd. Das Land benötige zwei dringende Reformen.
Der griechische Premierminister Giorgos Papandreou erwischte diese Woche alle auf dem falschen Fuss, als er seinen Plan über eine Volksabstimmung zum Rettungsplan vorstellte. Was war Ihre Reaktion? Harris Dellas: Ich war schockiert. Es war ein amateurhafter Versuch, die Wähler zu erpressen, um Papandreou persönlich zu unterstützen. Er hatte die Folgen dieses Schritts nicht durchdacht. Es ist höchst inkompetent, mit Nicolas Sarkozy und Angela Merkel ein Rettungsprogramm auszuhandeln und sie eine Woche später mit Plan zu einem Referendum zu überraschen.
Doch eine Volksabstimmung wäre demokratiepolitisch ein richtiger Schritt gewesen.
Durchaus. Doch dann hätte Papandreou seine Pläne bei den Verhandlungen mit Sarkozy und Merkel auf den Tisch legen sollen. Denn schliesslich sind sie es, die Griechenland eine Rettungsleine zugeworfen haben.Premierminister Papandreou ist arg angeschlagen. Was würde ein Regierungswechsel bringen?
Auch wenn die Oppositionspartei Neue Demokratie an die Macht kommt, verbessert sich die Situation nicht. Sie ist genau so populistisch und schlecht. Und sie fährt ebenfalls einen Konfrontationskurs.Die Möglichkeit eines Austritts Griechenlands aus der Eurozone ist nun auch kein Tabu mehr. Welche Folgen hätte dies für Griechenland und die Eurozone?
Für die Eurozone wären die Konsequenzen verhältnismässig gering. Doch für Griechenland wäre ein Austritt aus der Eurozone eine Katastrophe. Hyperinflation, soziale Unruhen und ein Reformstopp wären die Folgen. -
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