Reply To: Eskalation in Griechenland2017-05-26T13:51:03+02:00
Diktiana
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    Athen kommt nicht zur Ruhe: Neue Krawalle

    In der griechischen Hauptstadt Athen ist es am Samstagabend erneut zu Krawallen gekommen. Kleinere Gruppen von Gewalttätern griffen Polizisten mit Brandsätzen und Steinen an.

    Krawallmacher werfen Steine und zielen mit dem Laserpointer auf Polizisten.

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    Die griechische Jugend kündigt weitere Aufstände an
    Im Stadtviertel Exarchia, das als Hochburg der Autonomen gilt, zerstörten Unbekannte die Fassaden von drei Banken und drei Geschäften. Zudem warfen sie mehrere Brandflaschen auf einen Zug von Bereitschaftspolizisten, der vor einem Büro des Umweltministeriums Wache stand.

    Stunden zuvor waren etwa 2000 Menschen friedlich durch Athen gezogen. Sie gedachten dem vor einer Woche von einem Polizisten getöteten 15-jährigen Schüler und protestierten gegen die Gewalt der Polizei.

    Im Stadtteil Kypseli versuchten Polizisten das gestörte Verhältnis zu den Bürgern wiederherzustellen. Sie verteilten auf der Strasse Blumen an die Passanten, wie das Fernsehen zeigte.

    Auch in Patras und Thessaloniki gab es am Samstag wieder Demonstrationen. Insgesamt rund 4000 Menschen gingen in den beiden Städten auf die Strasse.

    Spekulationen um Untersuchungsbericht

    Wegen des Todes des Jugendlichen wird gegen zwei Polizisten ermittelt. Der Polizist, aus dessen Waffe der Schuss stammte, hat erklärt, er habe Warnschüsse abgegeben. Der 37-Jährige sitzt in Untersuchungshaft und ist wegen Mordes angeklagt. Einem ebenfalls inhaftierten Kollegen wird Beihilfe vorgeworfen.

    Nach Medienberichten soll die ballistische Untersuchung ergeben haben, dass der Jugendliche von einem Querschläger getötet wurde. Am tödlichen Geschoss seien Rückstände von Aussenverputz gefunden worden, berichtete die Athener Zeitung «Kathimerini».

    Die Behörden halten den Bericht weiter unter Verschluss, womöglich aus Angst vor noch heftigeren Krawallen: Sollte die Kugel tatsächlich an einer Mauer abgeprallt und so zum Querschläger geworden sein, ginge es nach griechischem Recht lediglich um fahrlässige Tötung.
    (bru/sda)

    Erstellt: 14.12.2008, 06:17 Uhr

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