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      Wie die Griechen um ihr Erspartes kämpfen

      Ein Rentner bringt sein Geld «in die Schweiz», eine krebskranke Mutter muss ihre Medikamente bar zahlen. Menschen erzählen unserem Reporter in Athen aus dem alltäglichen Wahnsinn in Griechenland.

      Für Aristoteles B. (65) muss es jetzt ganz schnell gehen. Rund 250’000 Euro hat er auf einem Sparkonto der Alpha Bank, Griechenlands zweigrösster Geschäftsbank, liegen. Während eines langen Arbeitslebens hat er das Geld auf die hohe Kante gelegt. Jetzt will er das sauer Ersparte so rasch wie möglich ausser Landes bringen. «Auf jeden Fall vor den Neuwahlen am 17. Juni. Das Geld geht in die Schweiz», sagt der Rentner aus der Küstenstadt Chania auf der Urlaubsinsel Kreta.

      Aristoteles B. ist kein Einzelfall. In Griechenland geht die Angst um vor einem Kollaps des einheimischen Finanzsystems. Wer mit einem Ansturm auf die griechischen Banken rechnet, der irrt jedoch gewaltig. Von einem klassischen Bankrun mit langen Schlangen vor den Kassenschaltern ist in ganz Griechenland nichts zu sehen. Aber: Im Zeitalter des E-Bankings muss man gar nicht mehr vor den Schaltern anstehen. Der Bankrun hat schon längst begonnen – unsichtbar. Ein Blick in die Statistiken von Griechenlands Zentralbank zerstreut jegliche Zweifel. Demnach sind die Einlagen der Geschäftsbanken seit Ende 2009 von 237,5 Milliarden Euro auf 165 Milliarden per Ende März zusammengeschmolzen – Tendenz fallend.

      Familien zehren von ihren Ersparnissen

      Bereits seit Ausbruch der Schuldenkrise nehmen die Griechen hohe Summen an Bargeld mit nach Hause oder überweisen Erspartes auf ausländische Konten. Sie fürchten den Zusammenbruch der griechischen Banken oder den starken Wertverlust des Geldes bei einer Umwandlung in eine nationale Währung. Wegen der Rezession müssen jetzt ferner viele Unternehmen Rücklagen auflösen, zumal die Banken bei der Kreditvergabe sehr knauserig sind. Auch immer mehr griechische Familien zehren inzwischen von ihren Ersparnissen, weil sie mit Jobverlust und rapide sinkenden Einkommen konfrontiert sind.

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