Flammenmeer vor Athen – erste Vororte brennen
Vor der griechischen Hauptstadt Athen wüten schwere Waldbrände und bedrohen hunderte Häuser. Nach Angaben der Feuerwehr fressen sich die Flammen unkontrolliert durch Pinienwälder und Felder.
Die Waldbrände bei Athen haben erste Vororte der griechischen Hauptstadt erreicht. Tausende Bewohner ergriffen in der Nacht die Flucht. Die Behörden evakuierten zwei Kinderkliniken, Campingplätze und mehrere Wohnhäuser.
Die Flammen bewegen sich immer weiter auf die Hauptstadt zu. Rund 160 Feuerwehrleute waren mit Löschfahrzeugen, Helikoptern und Bulldozern in den Dörfern Grammatiko, Varnavas und Kalentsi im Einsatz; über Athen hingen dichte Rauchschwaden. Die Behörden riefen den Notstand aus.
Starke Winde mit Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde fachten die Flammen immer wieder an und erschwerten die Löscharbeiten. Die Feuer wüteten auch in den Bergen nahe der Stadt Marathon. Bürgermeister Spiros Sagaris äusserte Befürchtungen, ohne rasche Hilfe der Feuerwehr werde die ganze Stadt niederbrennen.
Mit Wasserschläuchen gegen die Flammen
«Es war die schlimmste Nacht meines Lebens», sagte ein Einwohner von Marathon am Sonntagmorgen am Telefon. «Das Feuer umzingelt uns.»
Über Verletzte und Schäden wurde zunächst nichts bekannt. Griechische Medien berichteten, mehrere Häuser seien niedergebrannt. Die Feuerwehr bestätigte dies zunächst nicht.
Medienberichten zufolge brachten die Rettungskräfte auch Kinder aus einem Ferienlager in Sicherheit. Die Bewohner kämpften eigenhändig mit Wasserschläuchen gegen die Flammen, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.
Die Brände waren am Freitag ausgebrochen und in der Nacht zum Samstag ausser Kontrolle geraten. Wegen der hohen Temperaturen von rund 40 Grad und starken Sommerwinden wird Griechenland immer wieder von schweren Waldbränden heimgesucht.
(bru/sda/ap)
