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      Das zig Milliarden Euro schwere Rettungspaket für Griechen steht

      Die Regierung in Athen hat sich mit der EU und dem IWF geeinigt. Damit wird der Weg frei für die massiven Hilfen im Kampf gegen den Staatsbankrott Griechenlands.

      Das Abkommen über milliardenschwere Finanzhilfen für Griechenland steht. Die Verhandlungen von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) mit der griechischen Regierung wurden am Samstagabend abgeschlossen.

      Das Ergebnis soll am Sonntagmorgen bekannt gegeben werden, wie aus dem Finanzministerium in Athen weiter verlautete. Experten beziffern den Athener Finanzbedarf allein in den kommenden drei Jahren auf bis 120 Milliarden Euro, der zum Grossteil von Deutschland und anderen Ländern der Euro-Zone getragen werden muss. Im ersten Jahr wollen die Euro-Mitgliedstaaten bis zu 30 Milliarden Euro in Form von Krediten an Athen vergeben, 15 Milliarden sollen vom IWF bereitgestellt werden.

      Griechenlands Regierungschef Giorgos Papandreou hat für Sonntagmorgen, 8.30 Uhr MESZ, eine Kabinettssitzung anberaumt. Nach Angaben seines Büros wollte der Ministerpräsident zu Beginn der Sitzung in einer Live-Übertragung das Abkommen bekanntgeben.

      Langer Weg

      Nach Einschätzung des mitbeteiligten Internationalen Währungsfonds (IWF) wird dies nur der Auftakt eines jahrelangen, steinigen Weges sein. Gemäss einem am Samstag veröffentlichten Vorab- Bericht des deutschen Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» erwartet die Organisation, zehn Jahre lang in Griechenland engagiert bleiben zu müssen.

      Nach «Spiegel»-Informationen erwartet der IWF, dass die begonnenen Wirtschaftsreformen in Griechenland erst gegen 2020 abgeschlossen sein und Früchte tragen werden.

      Treffen der Euro-Gruppe

      Der Vorsitzende der Euro-Gruppe, der luxemburgische Regierungschef Jean-Claude Juncker, berief für Sonntagnachmittag ein Treffen der Finanzminister der 16 Euro-Staaten in Brüssel ein. Diese könnten das Hilfspaket dann absegnen.

      Den Angaben aus Brüssel zufolge könnten die Staats- und Regierungschefs die Hilfe möglicherweise schon am darauffolgenden Wochenende in Kraft setzen.

      Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy bekundeten bei einem Telefonat am Samstag ihre «Entschlossenheit», bei der Umsetzung der Griechenland-Hilfen «rasch zu handeln».

      In den kommenden Tagen würden Berlin und Paris zudem «Initiativen» für eine stärkere Überwachung der Budgetführung in der Euro-Ländern vorstellen, teilte der Elysée-Palast mit. Die deutsche Regierung war wegen ihres zögerlichen Vorgehens bei den Griechenland- Hilfen international in die Kritik geraten.

      Anhaltende Proteste

      Für die geplanten Notkredite verlangen IWF und EU ein drastisches Sparprogramm. Nach Angaben aus Athen soll Griechenland sein Defizit von derzeit 13,6 Prozent des Bruttoinlandproduktes bis Ende 2011 auf 3,6 Prozent senken.

      Dafür sollen die Löhne im öffentlichen Dienst und die Renten gekürzt sowie Rentenalter, Steuern und Abgaben angehoben werden. Unter anderem werden Tabak, Spirituosen und Benzin teurer. Die Mehrwertsteuer könnte von 21 auf 23 oder sogar 25 Prozent klettern.

      Gegen die Sparpläne gingen in Griechenland am 1. Mai nach Polizeiangaben 20’000 Menschen auf die Strasse. Alleine in Athen nahmen demnach 15’000 Menschen an zwei Protestmärschen von Gewerkschaften teil.

      Auch in der Hafenstadt Thessaloniki und in anderen Städten des Landes gingen mehrere tausend Menschen auf die Strassen, berichtete das Fernsehen. In Athen und in Thessaloniki kam es zu Sachbeschädigungen und Zusammenstössen von Randalierern mit Sicherheitskräften. Für die nächsten Tage wird in Griechenland eine breite Streikwelle erwartet.

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      Diktiana

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        Euro-Länder und IWF retten Griechenland vor Schuldenkollaps

        Die Finanzminister der Euro-Zone haben das milliardenschwere Hilfspaket für Griechenland auf den Weg gebracht. Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker gab nach einer Sondersitzung in Brüssel bekannt, dass die Minister die Hilfen aktiviert hätten.

        Giorgos Papakonstantinou zum Sparprogramm "Wir haben entschieden, die Kredite für Griechenland zu aktivieren." Das hoch verschuldete Land soll in den kommenden drei Jahren 110 Milliarden Euro an Notkrediten erhalten. Im Gegenzug muss die Regierung in Athen einen drakonischen Sparplan im Umfang von 30 Milliarden Euro umsetzen.

        Die Finanzminister der Eurogruppe einigten sich nach mehr als dreistündigen Beratungen in Brüssel auf das Hilfspaket. Die Euro-Länder tragen nach Angaben von EU-Diplomaten 80 Milliarden Euro, der Internationale Währungsfonds (IWF) schiesst weitere 30 Milliarden Euro zu.

        Griechenland will bis 2013 bei den Staatsausgaben 30 Milliarden Euro einsparen. Darauf verständigte sich die griechische Regierung mit dem IWF, der EU-Kommission und der EZB.

        Wie der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou in Athen weiter erläuterte, soll das Haushaltsdefizit bis 2014 von derzeit 13,6 auf 3 Prozent des Bruttoinlandprodukts reduziert werden. Damit würde das hoch verschuldete Land die von der EU erlaubte Schuldengrenze für seinen Haushalt einhalten.

        Finanziert werden soll das Programm über drastische Kürzungen der Sonderzahlungen für Beschäftigte im öffentlichen Dienst. Auch die Beamtenpensionen sollen gesenkt werden. Das Mindestalter für den Renteneintritt wird auf 60 Jahre angehoben.

        IWF, EU-Kommission und EZB wollen die Sparanstrengungen Athens alle drei Monate überprüfen. Nur dann werde das Programm fortgesetzt, sagte der Minister. "Wir haben das Programm akzeptiert", fügte er hinzu. Die Verhandlungen seien am Samstagabend beendet worden.

        Die Höhe der Unterstützung, die im Gegenzug zum griechischen Sanierungsprogramm von den Euro-Partnern und dem IWF zur Verfügung gestellt werde, solle am Sonntagabend in Brüssel bekanntgegeben werden. Am Nachmittag treffen sich dort die Finanzminister der Euro-Länder zu einer Sondersitzung.

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