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Frauenalarm auf dem Athos
In der griechischen Mönchsrepublik herrscht seit Jahrhunderten rigoroses Zutrittsverbot für Frauen. Nun wurde dagegen verstoßen.
Neunzehn Jahre sind vergangen, seit die letzte Frau – eine deutsche Touristin – es gewagt hat, einen Fuß auf den Boden der Autonomen Mönchsrepublik Berg Athos auf der griechischen Halbinsel Chalkidiki zu setzen.
Dienstagnachmittag war es wieder soweit: Sechs Frauen betraten das Gebiet, zu dem ausschließlich Männer Zutritt haben, vor laufenden Fernsehkameras. Sie wollten damit gegen Gebietsansprüche der Mönche außerhalb ihres Territoriums protestieren. Die Demonstrantinnen übersprangen den Zaun, der den Bereich vom Rest Griechenlands trennt und gingen demonstrativ spazieren. Sie wurden festgenommen und aus dem Territorium der Mönchsrepublik herausgeführt. Ihnen drohen Gefängnisstrafen bis zu sechs Monaten.
Die Staatsanwaltschaft von Thessaloniki leitete eine Untersuchung ein. Mit der Verletzung des strengen Zutrittsverbots – dem seit dem 10. Jahrhundert geltenden Avaton – wollten die Frauen gegen die Athos-Führung protestieren. Die Mönche beanspruchen insgesamt 8150 Hektar landwirtschaftlich genutztes Land sowie zwölf große Grundstücke in Regionen außerhalb der Grenzen ihrer Republik. "Wir haben nicht gegen das Avaton protestiert. Wir haben es symbolisch verletzt, um auf unser Problem aufmerksam zu machen", sagte eine Sprecherin der Frauen im griechischen Rundfunk.
Die Ansprüche der rund 1.800 am Athos lebenden Mönche gehen auf Entscheidungen von Kaisern und Sultanen aus der byzantinischen und der osmanischen Herrschaft zurück. Das akzeptieren die Einwohner nicht, die diese Ländereien kultivieren. Das juristische Tauziehen dauert seit mehr als zehn Jahren an.
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