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      Europas Süden hält die Hitze nicht mehr aus

      Steigende Temperaturen belasten den Kreislauf und die Grundversorgung / Griechenland muss Strom sparen, Spanien Wasser

      In Griechenland warnen die Elektrizitätswerke bei Temperaturen knapp unter 40 Grad vor dem Kollaps; Spanien hat Probleme mit der Wasserversorgung; in Italien starben mehr als 20 Menschen an der Hitze: Europa im Sommer 2005.

      Athen/Rom/Madrid · 1. Juli · Die staatlichen Stromversorger appellierten an die Griechen, Klimageräte und Elektroherde in den Mittagsstunden nicht zu benutzen. Schlimmstenfalls könnte das Elektrizitätsnetz landesweit zusammenbrechen, warnen Fachleute. Vorsorgliche Abschaltungen in Athen und Südgriechenland wurden angekündigt: für jeweils etwa 20 Minuten und ohne Vorwarnung.

      Auch in normalen Zeiten ist die Stromversorgung in Griechenland angespannt, weil die Nachfrage in den vergangenen Jahren deutlich stieg, aber keine neuen Kraftwerke ans Netz gingen. Eine ständige Störungsquelle sind die langen Übertragungswege. Mehr als zwei Drittel des Stroms werden im Norden des Landes produziert, fast 70 Prozent der Nachfrage aber konzentrieren sich auf Mittel- und Südgriechenland. Wegen Netzüberlastung brach bereits im Juli 2004, wenige Wochen vor dem Beginn der Olympischen Spiele, die Stromversorgung in Athen und großen Teilen de Südens für mehrere Stunden zusammen.

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      http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/aus_aller_welt/?cnt=695124

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        Beitragsanzahl: 132

        Das ist doch ein absolutes Trauerspiel. Wenn sich die Damen und Herren bei der EU anstelle von Krümmungsgraden von Salatgurken mal um die wirklich wichtigen Dinge kümmern würden gebe es diese Probleme in Südeuropa nicht. Mit Solar- und Windenergie würden auf Kreta auch ohne Öl nie die Lichter ausgehen (na ja, erste Versuche mit Windrädern sieht man jetzt z.B. bei Sirikari im Westen), mit Meerwasserentsalzungsanlagen bräuchte kein Feld mehr dürsten…
        Aber in Brüssel ist man scheinbar der Meinung, dass die Griechen mit Ihrem Iliako auf dem Dach technisch schon überfordert sind.

          Beitragsanzahl: 105

          kretafritz wrote: Mit Solar- und Windenergie würden auf Kreta auch ohne Öl nie die Lichter ausgehen (na ja, erste Versuche mit Windrädern sieht man jetzt z.B. bei Sirikari im Westen), mit Meerwasserentsalzungsanlagen bräuchte kein Feld mehr dürsten…

          Ne ne, die Windkraftanlagen sind schon deutlich älter, 1998 ging die erste große Anlage bei Palekastro im Osten in den Regelbetrieb. Diese Anlagen drecken aber nur einen Bruchteil des vor allem im Sommer sprunghaft ansteigenden Bedarfs.
          Und Meerwasserentsalzungsanlagen fressen ohne Ende Energie. Wer soll das bezahlen und woher soll der Strom kommen?
          Gut, südlich Xerokambos ist ein riesiges Dieselkraftwerk seit Juli 2004 in Betrieb, ein zweiter Block geht in den kommenden Tagen ans Netz. Aber wer 2005 noch Ölkraftwerke neu baut hat m.E. nicht alle Tassen im Schrank und das ist kein Problem der EU sondern ein (sehr typisches!) griechisches Problem. Da stellt sich nämlich die Frage, wer bei der Irrwitz-Idee, dieses Mega-Ding in die Landschaft zu stellen, erfolgreich die Hände aufgehalten hat…

          K.M.

            Beitragsanzahl: 211

            Michalis,
            genau so sieht es aus. Griechenland erhaelt viel Gelder von der EU, nur gehen sie eben nicht dahin, wohin sie sollen. Solange der Korruption nicht der Hals gebrochen wird, gibt es auch keine "Ueberlebenschance" fuer diese Insel.
            Lefteris

              Beitragsanzahl: 60

              Das habe ich mich schon immer gefragt:
              Wieviel Strom könnte Griechenland alleine damit sparen, wenn das Leitungsnetz ordentlich gebaut und gewartet würde. Nachts sieht und hört man es, aber das geht tagsüber genauso munter dahin. Es funkt, summt und und zischt an vielen Leitungsmasten und Transformatoren. Ich denke, da gehen ungeheure Mengen als Kriechstrom verloren.

              Vor einer Hafentaverne in Serifos, erlebte ich einmal ein richtiges Feuerwerk. Ich dachte, gut, die Installation musste halt husch pfusch vor der Saison fertig werden. Fünf Jahre später kam ich wieder hin – die Funken stoben und zischten noch immer. Warum fühlt sich für so wichtige Dinge niemand zuständig? Schließlich kann das auch Leben gefährden.

              Liebe Grüße

                Beitragsanzahl: 167

                Leider ist das Wort "Korruption" auf Kreta ein Tabuthema. Keiner macht’s aber alle wissen davon. Fahre jetzt seit über 20 Jahren nach Kreta. Ich habe aber das Gefühl, dass sich die Situation mit zunehmenden Tourismus eher noch verschlechtert hat. Warum allerdings die EU trotz Kenntnis von Korruptionen weiter noch Gelder "reinpumpt" ist mir unverständlich. Zumindest müssten sie kontrolieren wie die Gelder angelegt werden. Leider weiß ich nicht wer für die Wartung der Stromversorgung verantwortlich ist;
                Städte, Gemeinden oder gar teilweise die Grundstückseigentümer?

                  Beitragsanzahl: 211

                  Na, das Wort KORRUPTION ist auf Kreta kein Tabuthema, weil offen darueber gesprochen wird. Was den zunehmenden Tourismus auf der Insel betrifft, so ist es genau das Gegenteil. Tourismus ist seit Jahren ruecklaeufig (die eine oder andere Region mag eine Ausnahme sein) und wenn die Preise weiterhin so anziehen, ist Kreta in 5 Jahren in Sachen Tourismus "tot". Ich hatte einmal den europ.Minister Verheugen angeschrieben und auch das Thema Korruption angeschnitten. Der Mann verniedlichte das Thema, was auch verstaendlich ist, wird doch in diesem aufgeblasenen Beamtenapparat auch in die eigene Tasche gewirtschaftet. Es bleibt ein Trost. In den kommenden Wahlen wird die Nea Demokratia mit Sicherheit nicht wieder gewaehlt.
                  Lefteris

                    Beitragsanzahl: 60

                    Lefteris,

                    Ich glaube nicht, dass es die Korruption alleine ist, welche die Entwicklung so stark lähmt. Was meinst du, was nach dem Krieg in Mitteleuropa korruptionsmäßig alles abgelaufen ist. Und doch hat sich die Gesellschaft unbeeindruckt weiterentwickelt.

                    Heute fehlen einfach die großen Ziele. Keiner weiß so recht, in welche Richtung sich Staat und Gesellschaft noch hin entwickeln sollen. Es liegt vielleicht auch daran, dass sich viele Ziele der 68er als zu romantisch entpuppt haben, und wir heute vor Trümmern stehen, die erst nachkommende Generationen mit einer jugendlich frischen Perspektive beseitigen können.

                    Die Politiker unserer Tage sind jedenfalls mehr damit beschäftigt, die sozialen Errungenschaften der vorigen Regierungen abzubauen, statt diese zu verbessern oder gar auszubauen. Sie leisten den internationalen Großkonzernen Steuerrückzahlungen und knöpfen heimischen Betrieben und deren Personal mehr Steuern ab, damit sie ja nicht konkurrenzfähig sein können. Hinterher jammern sie, dass die Steuereinnahmen sinken. Jeder Privatmann mit soviel Blödheit steht mit einem Fuß im Gefängnis. Aber das führt jetzt zu weit.

                    Liebe Grüße

                      Beitragsanzahl: 211

                      Rocky,
                      Dass sich das Land nicht weiter entwickelt, liegt nicht an der Korruption, was ich auch nicht behauptet hatte. Das Problem liegt in diesem Falle am Volk, weil es archaisch denkt. Speziell auf Kreta bis 500 Jahre zurueck. Das ist die Mentalitaet. Frueher liessen die Urlauber das Geld automatisch und grosszuegig auf der Insel und der Kreter meint, dass es so weiter geht. Tut es aber nicht. Desweiteren ist es schon immer "toedlich" gewesen, nur an den Umsatz von heute zu denken und nicht an das Morgen. Bleibt die Hoffnung, dass die Jugend einen Schwenker macht, denn dazu muessen sie ihre Mentalitaet ein bisschen aendern. Anders haben sie leider keine Chance.

                        Beitragsanzahl: 5352

                        lefteri
                        ich gebe dir vollkommen recht
                        nur die jugend ändert ihr denken auch nicht, da sie durch die guten einnahmen der eltern aus dem vollen schöpfen konnten und z.t. auch noch können.
                        sie haben ein gesteigertes konsumdenken und wenn sie sich in diesem punkt nicht rasch ändern, dann sehe ich noch größere probleme auf sich zukommen als sie jetzt schon haben.
                        an allen ecken hörst du fast jeden kretaner jammern, nur das auch bei den touris die taschen nicht mehr so voll sind

                        allerdings glaube ich auch, daß durch den € viele jetzt den überblick haben welche kosten ihnen entstehen, da doch sehr viele leute schwierigkeiten hatten die drachme umzurechnen.
                        h.

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