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Tripiti (Strand)

Die beschwerliche Anfahrt lohnt!

In kaum einer (Touristen-) Karte komplett verzeichnet ist die holprige und im Frühjahr 2004 selbst mit einem Allrad-Fahrzeug teilweise nur sehr schlecht zu befahrene Piste von Lentas nach Osten zum Strand von Tripiti.

Am Abzweig der Nebenstrecke von Krotos runter ans Meer bzw. nach der Auffahrt von Loutra her, weist ein am Wegrand liegendes, halb verrostetes Schild die Richtung zu dem von hier aus noch 4,2 km entfernten Strand. Nach kurvenreicher Abfahrt schlängelt sich die Piste an der zerklüfteten Südküste entlang und endet schließlich an einem der wenigen noch nahezu „unentdeckten“ Strände auf Kreta.

Allenfalls im August während der griechischen Sommerferien herrscht hier ein Hauch von Betriebsamkeit, werden die wenigen Wohnwagen-Veteranen dort als „Strandhaus“ benutzt. In der übrigen Zeit hat man den Strand fast für sich allein, kommen allenfalls am späten Nachmittag ein paar Einheimische mit ihren Pickups auf einen Gläschen herunter in die provisorische Taverne.

Strandhöhle

Am westlichen Ende des Strandes findet sich eine kleine Höhle, die ohne Probleme nach einer kurzen Kletterpartie erreicht werden kann. Durch die Bögen hat man einen eindrucksvollen Blick auf den Strand und das Meer. Inneren sollte man sich nicht zu sehr von den bizarren Auswaschungen und Farbmustern in den Felswänden ablenken lassen. Besser man schaut auf den nächsten (sauberen) Tritt, denn leider wird die Höhle von einigen Besuchern auch als Toilette genutzt.

Zwischen Schlucht und Strand

Zwischen dem Strand und dem Beginn der Schlucht finden sich eine Handvoll Häuschen, dazu einige Wohnwagen schon älteren Semesters und eine kleine rustikale Taverne.

Etwas weiter landeinwärts wird unter den natürlichen Felsüberhängen ein wenig Viehzucht betrieben. Ein paar Schweine und Ferkel tummeln sich im Schatten der Wand in einem Pferch aus Baustahlmatten und Holzpaletten, während neben an ein alter VW-Bulli als Futterlager dient.
Das zunächst weite Tal mit seinen farbenprächtigen Oleanderbüschen verengt sich zunehmend und die tief stehende Nachmittagssonne präsentiert die umliegenden Felsformationen in einem faszinierenden Spiel aus Licht und Schatten. Hoch oben auf dem Kamm erscheint zu weilen der ein oder andere neugierige Beobachter, um nachzusehen wer unten im Schatten die Ruhe der Schlucht stört.

Die Schlucht

Einzigartig ist diese Fahrt zwischen den engstehenden Felswänden.

Wohl an nur wenigen Orten auf Kreta kann man quasi das Gefühl der „Sideroporta“ aus derSamaria-Schlucht mit einem Fahrzeug ähnlich eindrucksvoll nachempfinden bzw. „erfahren“. Von Norden aus den Bergen kommend scheint die Schotterpiste vor einer undurchdringbaren dunklen Wand zu enden. Erst aus der Nähe erkennt man die am späten Nachmittag im Schatten liegende schmale Einfahrt in die Schlucht. Nur etwa drei Meter misst der Felsspalt an seiner engsten Stelle, mehr als vierzig Meter steigen seine Wände fast senkrecht nach oben.

Auch nach dem „Nadelöhr“ bleibt es eng, windet sich die kurvige Piste durch den Berg … inweis: So lohnenswert ein Besuch auch ist: Die Fahrt nach Tripiti sollte (zumindest von Lentas oder Krotos aus) keineswegs mit einem normalen Mietwagen, erst recht nicht mit einem Scooter (Roller) versucht werden!

Oberhalb der Schlucht

Nach Passieren der Schlucht öffnet sich unvermittelt ein weiter Talgrund und gibt den Blick frei auf den ca. 500 m hoch ragenden Gipfel des Lamnasos und die übrigen Gipfel des östlichen Asterousia-Gebirges.  Die staubige Schotterpiste folgt dem nun wieder enger werdenden Canyon an dessen Ostseite und gewinnt langsam an Höhe. Vorbei am bald folgenden und auf den ersten Blick kaum zu erkennenden Abzweig in Richtung Kapetaniana geht es nun in zahlreichen Serpentinen in die Höhe. Bis schließlich, nach traumhaften „Rückblicken“ auf den tief unten liegenden Eingang zur Tripiti-Schlucht, das ebenso abrupte wie beeindruckende Ende des nun tief in den Felsen eingeschnittenen Tals erreicht wird.

In den steilen Felswänden lassen sich mit etwas Glück zahlreiche Raubvögel beobachten, einsam ziehen sie ihre Kreise im Schatten der Wand.
Hinter dem kleinen Pass geht es nun in überraschend weitem und offenen Land weiter, vorbei an einer Geflügelfarm über eine breite Schotterpiste nach Vassiliki und Vagionia hinunter in die Messara-Ebene.

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