Zentral

Nida-Hochebene

Idäische Höhle – Kinderzimmer des Zeus

Ein Erlebnis an sich ist schon die über 20 km lange Anfahrt von Anogia hinauf zur Nida-Hochebene. Vorbei an den runden Steinhütten der Hirten führt die kurvige Asphaltstraße bis zu einem Pass auf 1500 m Höhe, von wo sich ein großartiger Blick auf das gut 100 m tiefer gelegene Hochplateau bietet. Weiter geht es dann auf der mittlerweile asphaltierten Piste halb um den Talkessel herum bis zum Parkplatz am westlichen Rand der Ebene.

Etwas oberhalb liegt eine kleine Kapelle, in deren Umgebung sich einige Gräber Fotound eine Quelle finden. Folgt man dem Weg, erreicht man nach knapp 30 min Fußweg den Eingang zur Idäischen Höhle (Ideo Andro), einem riesigen Loch vor einer mächtigen, fast senkrechten Felswand. Befahrbar ist der Weg dorthin für geübte Fahrer allenfalls mit einer Enduro oder einem echtem Geländefahrzeug, daher die Empfehlung: lieber zu Fuß gehen und zwischendurch immer wieder das tolle Panorama genießen. Update 2011: mittlerweile wird der Weg hinauf ausgebaut und mit Bruchsteinplatten befestigt. Befahren nicht mehr empfohlen, da es nun ein „hübscher“ Fußweg ist.

Nach seiner Geburt in berühmten Höhle auf der Lassithi-Hochebene soll Zeus hier sein „Kinderzimmer“ gehabt haben, wo ihn Mutter Rea vor seinem gefräßigen – all seine Kinder verschlingenden – Vater Kronos verborgen hielt. Vor dem Eingang deutlich erkennbar sind die Gleise einer Lorenbahn, mittels der während der Ausgrabungen das Geröll aus der Höhle zur genaueren Untersuchung abtransportiert wurde. Durch den breiten Schlund führen hölzerne Treppen zum Grund der Höhle herab, der Eingang selbst war früher durch einen hohen Zaun abgesperrt. Mittlerweile kann man hinunter steigen und erkennt in der Felswand etwa in Haushöhe die Öffnung einer weiteren Höhle. Hier wurden zahlreiche bedeutende archäologische Funde gemacht, die heute im Museum in Heraklion zu begutachten sind.

weitere Fotos …

Ausblicke vom Plateau vor der Idäischen Höhle (Ideo Andro) am westlichen Rand der Hochebene im Juni 2004.

Schnee im Juni …

Noch bis in den Juni 2004 hinein hielt sich der Schnee im Schatten der steilen Nordwand. Die mannshohen Pfosten des damaligen Absperrzauns waren größtenteils noch gut einen Meter überbedeckt. Selbst im Süden hatte es damals im Februar geschneit.

Ski Resort

Kurz nach dem ersten Blick auf die Hochebene zweigt rechts eine 2,5 km lange Schotterpiste ab. Hier geht es zum ersten und auch wohl letzten Skigebiet auf Kreta. Vorbei an mehreren Mitata, den aus Steinplatten aufgeschichteten Schutzhütten der früher im Sommer hier oben lebenden Hirten, geht die Fahrt bis schließlich die verfallenden Gebäude der ehemaligen Skistation erreicht werden. Am Nordhang des Koussakas wurde vor Jahren eine nur wenige hundert Meter lange Piste angelegt und ein kleiner Schlepplift samt Kassenhäuschen aufgebaut. Dazu ein Gebäudekomplex, der wohl für die Gastronomie oder als Hotel geplant war. Heute macht dies alles einen eher trostlosen Eindruck. Der alpine Skilauf scheint auf Kreta wohl keine Zukunft zu haben.

Ein interessanter Bericht mit zusätzlichen Hintergrund-Infos und dem Titel „Vergangene Skiträume auf Kreta“ fand sich übrigens im » Alpin-Forum, geschrieben von Frank Werner (www.harzwinter.de).

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