Zentral

Kouroutes

Vom Amari-Becken zur Berghütte des EOS

Hoch über den Olivenbäumen, kleinen Weinfeldern und Obstplantagen des Amari-Beckens prägt an dessen Ostseite die mächtige Bergkette des Psiloritis die Kulisse. Das auch Idi (Ida-Gebirge) genannte Massiv mit Kretas höchstem Gipfel befindet sich am östlichen Rand des Bezirks Rethimnon und ist was seine Ausdehnung betrifft, der zweitgrößte Gebirgszug auf Kreta.

Hier befindet sich auch die Berghütte des Bergsteigervereins EOS Rethimnon„, die man aus dem Amari-Becken entweder nach einer etwa vierstündigen Wanderung von Fourfouras aus oder über eine gut 12 km lange Piste von Kouroutes her erreicht. Der Abzweig zur Berghütte ist in Kouroutes zwar ausgeschildert, kann aber leicht übersehen werden.

Der blau-weiße Wegweiser gibt als Entfernung 13 km an und trägt die griechische Beschriftung „Katafígio“ und in Englisch „Celter“ bzw. „Pardi“. Oberhalb des Ortes passiert man zunächst ein Gatter (wieder schließen!), bevor dann nach etwa 3 km die asphaltierte Straße in eine Naturpiste übergeht.

Verfahren kann man sich auf den folgenden acht Kilometern eigentlich nicht, zumal auch einige handgemalte Schilder am Rand der Piste den Weg weisen. Dieser führt über eine kleine Hochebene weiter den Berg hinauf. Hinter einem zweiten Gatter auf etwa 1000 m Meereshöhe erreicht man schließlich die auf 1600 m an der Westseite des Psiloritis liegende Berghütte des Bergsteigervereins EOS Rethimnon. Diese „Hütte“ ist ein äußerst massives und großes Gebäude aus Natursteinen und seit 1984 in Betrieb. Sie hat 30 Betten, jedoch ist ein Besuch vorher beim EOS Rethimnon telefonisch unter +30 2831 057766 oder per » Email anzumelden.

Den Gipfel des Psiloritis, den Timios Stavros mit der kleinen Bruchsteinkirche, kann man von hier aus übrigens in einer ca. dreistündigen Wanderung erreichen. Folgt man der Piste noch etwa einen Kilometer bis zu deren Ende, so überwindet man endgültig die Baumgrenze und hat bei dem Mitato mit dem Schafspferch das Ende der (befahrbaren) Welt erreicht.

Neben dem Mitato befindet sich hinter einer niedrigen Bruchsteinmauer ein windgeschützter Rastplatz aus groben Steinquadern. Wir hatten es uns dort gerade gemütlich gemacht, als sich von unten ein roter Pickup mit großen Hunden auf der Ladefläche näherte. Neugierig beäugten uns Fahrer und Beifahrer sowie die laut bellenden Hunde, bogen dann jedoch unmittelbar vor uns zu der etwas unterhalb liegenden Hütte ab. Kaum dort angekommen, winkten die Männer und bedeuteten uns, zur Hütte herüber zu kommen. Aus dieser spontanen und zufälligen Begegnung wurde ein netter Nachmittag auf der kleinen Terrasse vor ihrer Hütte.

Bei Raki und leckeren Kleinigkeiten erzählten uns Angelos und Minas, dass sie aus Fourfouras bzw. Kouroutes stammen, aber den größten Teil des Sommers hier oben bei ihren Tieren verbringen. Und wie immer bei solchen Treffen mussten auch wir erzählen, wer wir sind und was wir tun. Als dann die Rede auf die Seiten der Kreta-Impressionen kam, waren die beiden Kreter mächtig stolz, dass ihr Foto demnächst überall auf der Welt zu sehen sei.

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