Zentral

Kapetaniana

Hochburg der „Kapetanes“

Niemals in den langen Zeiten der Türkenherrschaft auf Kreta hat ein Besatzer einen Fuß in dieses ruhige Bergdorf setzen können, das seinen Namen von den „Kapetanes“, den Anführern des kretischen Widerstandes, hat. Auf etwa 800 m Höhe liegt die aus Unter- und Oberdorf bestehende Siedlung zu Füßen des gut 1200 m aus dem Asterousia-Gebirge hervorragenden, markanten Kofinas. Mit Schafs- und Ziegenzucht sowie Imkerei verdienen die noch etwa 100 Einwohner überwiegend ihren Lebensunterhalt.
Zu erreichen ist Kapetaniana bequem über eine 8 km lange, mittlerweile durchgehend asphaltierte Straße von Loukia aus. Kurz vor dem oberen „Ano Kapetaniana“ zweigt rechts die Straße ins Unterdorf nach „Kato Kapetaniana“ ab.

Hier im touristisch noch unerschlossenen Süden bieten sich ideale Möglichkeiten für Wander- und Kletterurlauber. Auch Mountainbiker finden hier unberührte Schotterpisten, egal ob Up- oder Downhill und in allen Schwierigkeitsgraden. Seit Jahren betreiben Gunnar und Luise Schuschnigg in Kapetaniana die „Berg-Pension Kofinas“. Die beiden bieten auch geführte Wanderungen und jetzt auch von ihrem Sohn Alex geführte Enduro-Touren an.

Durch den Schatten des Kofinas

Unmittelbar vor dem Oberdorf „Kato Kapetaniana“ zweigt links oberhalb die Piste in Richtung Kofinas und nach Ag. Ioannis ab. Vorbei an Ziegen- und Schafherden geht es in Richtung des mit gut 1230 m höchsten Berges der Asteroussia-Berge. In Sichtweite des Gipfels mit dem minoischen Heiligtum geht es über nur noch per Allrad-Fahrzeug zu meisternde Pfade nach Osten. Kurz vor der Passhöhe bietet sich ein imposanter Blick zurück auf das uneinnehmbare Nest der Freiheitskämpfer.

Anschließend öffnet sich auf annähernd 1000 m Meereshöhe ein weit verzweigtes Netz von breiten Lehmpisten, auf denen sowohl die Weiterfahrt zum Kloster Koudouma wie auch zurück nach Sternes in die Messara problemlos möglich ist.

Hinunter nach Agios Ioannis

Dem Abzweig zum Kofinas folgend beginnt rechts des silbernen Futter-Siloturms die kurvenreiche, aber in der Regel leidlich gut zu befahrende Schotterpiste hinunter zur einstigen Einsiedelei Agios Ioannis.

Für die 9 km lange Abfahrt sollten mindestens 45 min Fahrzeit einkalkuliert werden, da vor allem in den extrem engen Serpentinen im unteren Streckenteil wegen des losen Schotters nur sehr langsames Fahren angeraten ist. Für die Rückfahrt kann man bei etwas Eile durchaus mit der Hälfte der Zeit auskommen … 😉

Am oberen Rand des kargen Tales zu Füßen von Kapetaniana führt die Piste in Richtung Libysches Meer, bevor nach Passieren des auffällig rot-weiß gestrichenen Funkmastes die „Kurverei“ ihren Anfang nimmt. In abenteuerlichen Serpentinen mit teilweise sehr engen Kurvenradien schlängelt sich der Weg hinunter und bietet dabei ein ums andere mal atemberaubende Ausblicke, ehe schließlich die Küste erreicht ist.

An der idyllischen Kiesbucht sind im Laufe der Zeit zahlreiche private Ferien- und Wochenendhäuschen entstanden.Unter der Woche und außerhalb der griechischen Ferien ist es hier jedoch noch sehr ruhig. Östlich des eng bebauten Felsenkaps befindet sich unterhalb der schroff abfallenden Steilküste noch eine breite Badebucht, die über einen Pfad an ihrem östlichen Ende zu Fuß gut zu erreichen ist.

Um zur oben beschriebenen Badebucht zu gelangen, muss man sich – unmittelbar bevor die Piste nach rechts schwenkt und Agios Ioannis erreicht – links halten und das Fahrzeug auf dem Plateau abstellen.Anschließend der Abbruchkante bis zum Ende folgen, wo auch die Reste einer kleinen Material-Seilbahn noch zu erkennen sind. Von dort ist der Pfad hinunter zum Strand gut zu einsehbar. Von hier aus ist in einer gut zweistündigen Wanderung entlang der Küste auch das Kloster Koudouma zu erreichen.

Westwärts zur Schlucht von Tripiti

Kurz vor Kapetaniana, noch vor dem Abzweig nach „Kato Kapetaniana“, beginnt rechts die Piste hinüber zur Tripiti-Schlucht und dem gleichnamigen Strand. Über großteils gut zu fahrende Lehm- oder Schotterpisten geht es nach Westen. In den meisten Straßenkarten sind diese Wege oft gar nicht oder wenn, dann falsch dargestellt, so dass man hier ein wenig „auf Sicht“, d.h. nach grober Himmelsrichtung fahren muss.

Passiert man etwa auf halber Strecke eine kleine weiße Kapelle, so stimmt die Richtung. Nun folgt die einzig wirklich „heikle“ Passage. Hier muss man die Kapelle rechts liegen lassen, sich dort links halten und direkt anschließend (vorsichtig) über ein Stück übler Piste aus sehr groben Steinen fahren.

Hoch oben führt die Strecke nun wieder in Richtung des vorderen Küstengebirges, ehe es über einige Serpentinen hinunter geht in den „Canyon“ oberhalb der eigentlichen Schlucht.
Von hier aus bieten sich zwei Optionen für die Weiterfahrt: auf direktem Wege über eine recht breite Schotterpiste nach Vassiliki und Vagionia hinunter in die Messara-Ebene oder durch die Tripiti-Schlucht und weiter nach Lentas (hochbeiniges Fahrzeug empfohlen!).

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