Zentral

Gortis

Verborgen in Olivenhainen …

Im zentralen Süden, etwa zwei Kilometer westlich von Agii Deka, finden sich die Überreste von Gortis, der früheren Hauptstadt der Messara-Ebene. Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Stätten Kretas gelangte Gortis erst in der byzantinischen Periode und vor allem zur Zeit der römischen Besetzung zu seiner größten Bedeutung.

Die Hauptstraße von Mires nach Heraklion führt mitten durchs ehemalige Stadtgebiet, welches erst zu einem Teil ausgegraben wurde. Direkt neben der Straße stehen die Überreste der Basilika Agios Titos. Die Kreuzkuppelkirche stammt aus dem 6. Jahrhundert nach Christus und wurde an der Stelle errichtet, wo früher die Kirche des heiligen Titus stand, der vom Apostel Paulus als erster Bischof Kretas eingesetzt wurde.

Titos, ein Jünger des Paulus, begann von hier aus die Missionierung der Insel.

Nördlich der Basilika befindet sich das Odeon, das Theater des späteren römischen Gortis. Erbaut im ersten Jahrhundert nach Christus und in teilweise erstaunlich gutem Zustand, beeindrucken vor allem der gut erhaltene Marmorfußboden im früheren Bühnenraum und die halbkreisförmig angeordneten Marmorsitzreihen.

Im Inneren des hinter den Zuschauerrängen wieder aufgebauten Backsteingebäudes befinden sich die berühmten – aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. stammenden – Steinblöcke mit den eingeritzten altgriechischen Gesetzestexten. Die Inschriften sind in einem alten dorischen Dialekt verfasst und verlaufen „wie ein Ochse pflügt“: von links nach rechts, in der folgenden Zeile dann jeweils von rechts nach links, wobei jede zweite Zeile in Spiegelschrift eingraviert wurde.

Südlich der Hauptstraße

Gut versteckt zwischen den zahllosen Olivenbäumen liegen auf der Südseite der Straße weitere Überreste der römischen Metropole. Das weitläufige Areal lädt ein zu individuellen Erkundungstouren. Im Gegensatz zum komplett eingezäunten Teil des Geländes nördlich der Hauptstraße wird hier kein Eintritt erhoben. Zwar sind die Ausgrabungsstätten hier ebenfalls zum Teil eingezäunt, jedoch fast überall sehr gut einsehbar. Anhand der Weitläufigkeit des Geländes und der Dimensionen der ausgegrabenen Gebäudeteile lässt sich die überraschende Größe der alten Metropole sehr gut abschätzen.

Leserbeitrag:

„Interessanter als die römische Basilika (mit Eintritt) sind die Äcker unter den Oliven auf der anderen Straßenseite. Dort graben Italiener das antike Metropolis aus. Vor Gortis ist rechts an der Strasse ein großer neuer Töpferladen. Besitzer ist Töpfer und spricht gut deutsch. Tolle Gefäße – leider zu groß zum Mitnehmen.“

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