Zentral

Archanes

Zu Füßen des Jouchtas

Nur etwa 15 km sind es von Heraklion bis nach Archanes, dem Zentrum des regionalen Weinanbaus zu Füßen des Jouchtas.

Über die breite Ausfallstraße nach Knossos, die 2006 am Stadtrand grundhaft erneuert und ausgebaut wurde, geht es vorbei am bekanntesten minoischen Palast der Insel.

Wenig später passiert man das Aquädukt mit der „Dohlenkolonie, ehe schließlich an der Gabelung, wo 1944 der deutsche General von Kreipe von britischen Agenten und kretischen Partisanen entführt wurde, rechts die Straße nach Archanes abzweigt.

Kurz hinter dem Ortseingang liegt rechts an der nördlichen Platia das 1901 erbaute Gebäude der Volksschule, während der deutschen Besatzung auch Hauptquartier des Generals.

Gleich dahinter befindet sich die dreischiffige Panagia-Kirche mit dem separat stehenden Uhrenturm.

Mitten in der Stadt legte das Archäologenpaar Efi und Iannis Sakellarakis übrigens in den sechziger Jahren Teile eines minoischen Palastes frei.

Einige Jahre später entdeckten sie außerhalb der Stadt den Tempel von Anemospilia und dort den ersten und bisher einzigen Beweis für Menschenopfer der Minoer!

Zum Pflichtprogramm in Archanes gehört aber auf jeden Fall auch ein Spaziergang durch das Ortszentrum mit seinen interessanten Lädchen und alten Gassen, die teilweise den Charme längst vergangener Zeiten versprühen.

Psaltakis Museum

Kurz hinter dem Ort der Kreipe-Entführung am Abzweig nach Archanes befindet sich rechts, etwas unterhalb der Straße, das „Cretan Historical and Folklore Museum of the last centuries“ von Nikos Psaltakis.

Gemeinsam mit seinem Sohn hat er in dem auffälligen Gebäudekomplex über Jahre eine sehr umfangreiche Privatsammlung zusammengestellt.

Von Militaria aus dem Weltkrieg über historische Fotos bis hin zu traditionellen kretischen Handwerksgeräten und Maschinen reicht die Palette der Exponate.

Im Außenbereich sind zudem u.a. einige Wehrmachtsfahrzeuge ausgestellt.

Öffnungszeiten:
täglich 9 – 15 Uhr, außer Dienstag

Der „schlafende Zeus“ …

Der schlafende Zeus wird der Berg Jouchtas auch genannt.

Mit seiner Höhe von 811 m über dem Meer dominiert er die Landschaft rund um Archanes, im südlichen Hinterland Heraklions.

Von seinem Gipfel bietet sich ein toller Ausblick:

Im Norden der „Moloch“ Heraklion, im Westen der Psiloritis, östlich das Dikti-Massiv und nach Süden reicht der Blick bis in die Asterousia-Berge, welche die Messara-Ebene zum Meer hin abschirmen.

Südlich von Archanes führt eine 5 km lange Schotterpiste auf den mittleren Gipfel mit der kleinen Kapelle Afendi Christou Metamorfosi.

Sie ist alljährlich am Vorabend des 6. Augustes Ziel einer Prozession, wenn das mehrtägige Fest der „Verklärung Christi“ dort gefeiert wird.

Auf dem vorgelagerten nördlichen Gipfel befindet sich eine Funkstation. Hier entdeckte Knossos-Ausgräber Sir Arthur Evans ein minoisches Gipfelheiligtum.

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