Westkreta

Gramvousa

Balos Beach – die „Piraten-Bucht“

Lange Zeit galt Balos-Beach beim Kap Tigani, an der äußersten Spitze der Gramvousa-Halbinsel im Nord-Westen Kretas, als einer der sog. Geheimtipps für „Backpacker“ und wanderfreudige Individual-Touristen. Dass dies so blieb, garantierte früher trotz der bis zur Agia Irini-Kapelle (Quelle) auf halber Strecke existierenden Schotterpiste der ca. dreistündige Anmarsch von Kaliviani aus.

Nachdem dieser Weg, der zu Beginn an dem seit Jahren unterhalb von Kaliviani vor sich hin rostenden und 2004 entfernten gestrandeten Frachtschiff vorbeiführt, nun bis zum letzten Höhenrücken auf insgesamt 11 km Länge vorangetrieben wurde, ist die Bucht von Balos mit ihren vorgelagerten Inseln nicht mehr nur über die von Kissamos (Kastelli) fahrenden Ausflugsboote, sondern auch per Mietwagen mehr oder weniger problemlos zu erreichen.

Zwar gibt es (noch) keine Sonnenschirme und Liegen zu mieten, aber oben auf dem am Ende der Piste angelegten Parkplatz hat bereits ein besonders geschäftstüchtiger Kreter aus Kissamos seinen ausgedientes Fischerboot aufgestellt und eine mehr oder weniger improvisierte Taverne eröffnet (im Angebot: Wasser aus dem Generator-betriebenen Kühlschrank). Eine weitere „Taverne“ ist unten am südlichen Ende des Strandes zwischen den Hütten zu finden (im September 2000 jedoch geschlossen).

Vom Parkplatz kommend bietet sich nach kurzem Fußmarsch jedoch immer noch ein großartiges Panorama: Von tiefblau bis türkis schimmert das Wasser der Lagune zwischen dem über ein schmales Felsenband auch zu Fuß erreichbaren Kap Tigani und dem Strand von Balos. Weiter rechts dann die etwas zurückliegende Insel Imeri Gramvousa mit der Festungsruine eines venezianischen Kastells, von dem Jahrhundertelang die Seewege im östl. Mittelmeer kontrolliert wurden.

Über die 1999 von Albanern in mühevoller Handarbeit angelegten Stufen geht es dann hinunter zum Strand, wo lediglich einige wenige größere Felsbrocken Schatten spenden. Hinter und zwischen diesen sind jedoch manchmal leider auch die am Strand zurückgelassenen Überreste ausgelassener Beach-Parties zu finden, von den im „Überschwang“ zwischen den Felsen zerdepperten Bierflaschen ganz zu schweigen.

Trotz dieser nicht zu übersehenden Spuren menschlicher „Zivilisation“ überwiegt noch immer die landschaftliche Schönheit dieses durchaus mit dem Elafonisi früherer Jahre zu vergleichenden Fleckchens Erde. Vom Durchwaten der hüfttiefen schmalen Verbindung zum offenen Meer über das Schlendern durch badewannenwarmes, knöcheltiefes Wasser auf der gegenüberliegenden Seite am Kap Tigani bis hin zum Balancieren über teils scharfkantige Felsen bietet eine Wanderung rund um die Lagune bleibende Eindrücke.

Bleibt der nicht zu unterschätzende Weg über einige hundert Stufen zurück zum „Schiff“ (Parkplatz). Eine willkommene Gelegenheit zum Blick zurück und erstem Verschnaufen bietet sich bereits, nachdem man den Anstieg durch den lockeren Sand am Fuß des Berges hinter sich und die ersten Stufen erreicht hat …

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