Westkreta

Asi Gonia – Skaloti

Kreta pur …

Von Argiroupolis aus erreicht man reizvoller Fahrt durch die grüne Giparis-Schlucht das knapp 6 km entfernte Asi Gonia.

Dort beginnt die mittlerweile auf ihrer ganzen Länge von 12 km komplett asphaltierte Straße nach Kallikratis, eine der schönsten Bergstrecken auf Kreta! In unzähligen Serpentinen schraubt sich die zwar sehr schmale, aber gut zu befahrende Straße auf den folgenden knapp 9 km den Berg hinauf und bietet dabei fantastische Ausblicke.

Nach Passieren des Abzweigs der nun asphaltierten Piste hinüber nach Miriokefala erreicht man wenig später die durch ein Schild markierte Bezirksgrenze zum Dimos Sfakion. Hier geht es links ab auf eine unbefestigte Schotterpiste Richtung Süden, die zunächst ein Stück den Berg hinauf verläuft.

Etwa 300 m später nimmt man den Abzweig nach rechts, nach dem die Piste dann zusehends schlechter wird. Selbst mit einem „hochbeinigen“ Fahrzeug ist im folgenden Steigungsstück ein Vorwärtskommen teilweise nur noch im Schritttempo möglich, will man angesichts der spitzen Steine nicht einen Reifenschaden riskieren.

Am oberen Rand des Hochtals geht es nun auf leidlich zu befahrender Piste etwa einen Kilometer mehr oder weniger geradeaus Richtung Süden, ehe man wieder an Höhe verliert. Anfang Juni 2006 gab es bei der Fahrt hinunter nur eine etwas „kniffelige“ Stelle zu meistern, als die Piste hinter einer Kehre durch Auswaschungen nur mit etwas Schräglage passiert werden konnte.

Kurz darauf wechselte die Umgebung komplett, bestimmten plötzlich bizarre dunkle Felsformationen die Kulisse, die an erkaltetes Vulkangestein erinnerte. Gut 300 m hinter dem dem schmalen Talausgang eröffnet sich anschließend eine weiträumige Hochebene, an deren Nordrand, etwas oberhalb des Weges, ein kleines Natursteingebäude oder vielmehr das kleine geduckte Bauwerk daneben unsere Aufmerksamkeit erregte.

Es entpuppte sich als gut gefüllte Zisterne, so dass wir die Gelegenheit zu einer ausgiebigen Pause nutzten und dabei den Ausblick hinunter auf die grüne Hochebene und das im Hintergrund schon zu erkennende Meer genossen. Das einfache Natursteingebäude neben der Zisterne erwies sich als Stall für einige Ziegen, die jedoch recht scheu waren und selbst unsere leckeren Kekse nur in sicherer Entfernung probieren wollten.

Weiter unten aus der Hochebene, auf der auch eine landwirtschaftlich genutzte Fläche zu erkennen war, hörten wir die ganze Zeit über Geräusche aus Richtung einer dichten Baumgruppe, etwa 300 m entfernt. Da der Fahrweg direkt darauf zu führte, erkannten wir bald einige unter den Bäumen stehende Pickups, kurz darauf dann die Schafherde in der Koppel rechts davon und schließlich die an einem groben Tisch sitzende Runde von Schäfern.

Laut rufend und winkend bedeutete man uns anzuhalten und Platz zu nehmen. So kamen wir unverhofft zu einem warmen (zweiten) Mittagsessen, denn auf dem Tisch stand noch ein großer vom Feuer geschwärzter Topf mit Fleisch. Die Ziege im Topf war übrigens erst am Morgen geschossen worden. Deren Innereien hingen in einer Plastiktüte im Baum seitlich über uns, das Fell lag hinter uns auf dem Boden.

Weiter konnten wir natürlich erst, nachdem wir ausführlich von uns und über den Grund unserer Fahrt hier oben durch die Berge erzählt hatten… Gut gestärkt machten wir uns also auf die Weiterfahrt in Richtung Küste. Kurz nach Verlassen der Hochebene bot sich uns dann ein grandioser Ausblick auf den gesamten Küstenabschnitt zwischen Frangokastello und Rodakino.

Die Strecke folgt zunächst hoch oben dem Verlauf der Argouliano-Schlucht, um dann nach Westen zu verschwenken und sich schließlich zur Küste hinunter zu schlängeln. Wie schon bei der Anfahrt von Asi Gonia aus lagen unzählige Serpentinen vor uns auf dem Weg hinunter ans Meer, nur ging es diesmal über Schotter. Die Piste ist zwar sehr schmal und deshalb in den Kehren nur mit Vorsicht zu befahren, dürfte aber auch mit einem normalen Pkw zu bewältigen sein.

Nach knapp sieben Kilometern „Kurverei“ erreicht man schließlich in der Kurve am westl. Ortsrand von Skaloti wieder festen Grund unter den Füßen, sprich die asphaltierte Straße nach Chora Sfakion bzw. Plakias. Hinweis für Anfahrten von Süden: der Abzweig ist nicht beschildert und liegt direkt neben dem Schuppen mit den (zumindest 2006) gelb gestrichenen Türen an der Kurve.

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