Westkreta

Argiroupolis

Wasserreiche Oase in den Bergen

Ein erst in wenigen Reiseführern erwähntes, aber dennoch lohnenswertes Ziel ist das Bergdorf Argiroupolis. Gar nicht einmal soweit von Rethymnon und Georgioupolis entfernt wurde es über der antiken Siedlung von Lappa errichtet. Schon etwa vierhundert Jahre vor Christus war der Ort in der Antike eine der wichtigsten und wasserreichsten Städte Kretas und wurde 68 v.Chr. von den Römern wiederaufgebaut. Sie legten auch das kilometerlange System der Wasserleitungen an, dessen Reste noch heute zu bewundern sind. Fast neunhundert Jahre später wurde die Stadt von den Arabern zerstört und erst in der zweiten byzantinischen Epoche neu errichtet.
Zu den Einwohnern des Dorfes gesellen sich im Sommer zahlreiche Ausflügler, welche die vielen Überreste aus antiker, byzantinischer und venezianischer Zeit im Ort und der näheren Umgebung besichtigen.
Unterhalb des Dorfes bilden die Quellen, die über Rohrleitungen auch die Stadt Rethymnon mit Trinkwasser versorgen, die bekannteste Sehenswürdigkeit des Ortes, die „Kaskaden von Argirou-polis“.
Foto Das unermüdlich strömende Wasser plätschert über steinerne Kanäle und Stufen aus der Felswand und sorgt für üppigstes Grün und riesige Platanen, unter Foto denen sich einige kleine Tavernen finden. Über einige (nasse) Stufen gelangt man hinauf zu einer winzig kleinen Kapelle unter der überhängenden Felswand, durch sich ebenfalls ein kleiner Wasserstrom seinen Weg sucht.
Auf einer großen Übersichtstafel an der Platia sowie auf Handzetteln, die in der Handvoll kleiner Kunstgewerbe- und Andenkenläden ausliegen, ist die Route um den alten Ortskern, der schon fast einem kleinen Freilichtmuseum ähnelt, beschrieben. Natürlich ist auch die lokale Spezialität überall zu erwerben: Aus dem fett- und vitaminreichen Öl der Avocado werden Körperpflegeprodukte verschiedenster Arten angeboten.

Übrigens: wer „Glück“ hat, wird während des Bummels durch das Dorf auch zur Wein- und Raki-Probe eingeladen, darf dabei die Handarbeitskünste der Hausherrin bewundern und etwas selbst gebackenen Kuchen probieren.
Man sollte jedoch nicht vergessen, dass es auch auf Kreta eine Promillegrenze für Autofahrer gibt … 😉

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