Ostkreta

Amiras

Schauplatz eines schrecklichen Massakers …

An den südlichen Ausläufern des Dikti-Gebirges, knapp 15 km westlich von Mirtos, liegt das Örtchen Amiras, an dessen westlichem Ortsrand ein ergreifendes Mahnmal für die Opfer des Nazi-Terrors auf Kreta zu finden ist.
Am 14. September 1943 wurden in dieser Gegend zwischen Ano Viannos und Mirtos 440 Menschen in einer groß angelegten Vergeltungsaktion brutal hingerichtet. Nach Schilderungen von Nikos Kazantzakis, der direkt nach dem Krieg die Region bereiste, wurden die Männer zusammengetrieben und gruppenweise erschossen, anschließend die Häuser niedergebrannt und teilweise sogar Frauen in ihre brennenden Häuser gestoßen. Schon auf dem Weg hierher, metzelten die Kommandos wahllos alle Kreter nieder, die ihnen begegneten …
Die an der rechten Seite der Anlage stehenden Gedenktafeln tragen die Namen der Ermordeten. Davor ist auf vier Steintafeln jeweils in griechischer, englischer, französischer und deutscher Sprache folgendes zu lesen:

VORBEIGEHENDER ACHTUNG
HIER UNTEN BEFINDEN SICH LEICHEN
DIE NIE BETROGEN HABEN
DIE NIE GELOGEN HABEN
DIE TYRANNEN NIE GEACHTET HABEN
VORBEIGEHENDER ACHTUNG
MIT REINEN GEDANKEN DENKE ÜBER SIE
UND WENN DU DIESES SCHÖNE LICHT GENIEßT
UND OHNE ANGST HIER LAUFEN KANNST
UND WENN DU GELIEBT WIRST
UND SELBER LIEBST
UND ALLES GUTE DAS DU IM LEBEN HAST
HABEN DIR DIESE LEICHEN GESCHENKT
V. ROTAS

Etwa 4 km östlich liegt das Dorf Kato Simi, in dem wiederaufgebaute Häuser ohne Dächer als Mahnmal an die schrecklichen Ereignisse des Krieges erinnern. Kurz dahinter befindet sich Epano Simi, seit dem Massaker 1943 eine Geisterstadt …

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