Spinalonga

Kalidon, die Lepra-Insel

FotoFotoIn den Jahrhunderten zuvor prägte die strategisch einmalige Lage der Insel Kalidon ihre Geschichte: Seit dem 15. Jahrhundert errichteten die Venezianer auf solchen vorgeschobenen Posten, von denen wichtige Seewege wie hier die Zufahrt in die Bucht von Elounda beherrscht werden konnten, ihre stärksten Küstenforts (wie auch an der Spitze der Halbinsel Gramvousa am westlichen Ende Kretas oder an der Zufahrt zur Souda-Bucht bei Chania).
FotoDie Leprakranken ließen im Laufe der Jahre ein richtiges Dorf auf Kalidon entstehen. Zwar gab es kein fließendes Wasser und auch erst nach dem Zweiten Weltkrieg elektrischen Strom in einigen Gebäuden, doch Ende der dreißiger Jahre verbesserten sich die bis dahin erbärmlichen medizinischen und menschlichen Verhältnisse, als eine Desinfektionskammer gebaut wurde. Endlich war die völlige Isolation der Erkrankten aufgehoben und Verwandte konnten die Kranken besuchen.

FotoFoto1941 entdeckte ein französischer Arzt eine Möglichkeit, Lepra mit Sulfamid zu behandeln. Nachdem dann 1953 endlich eine wirksame Medizin gefunden wurde, erließ die griechische Regierung zwei Jahre später ein Gesetz, dass Lepra nicht mehr als unheilbar anzusehen sei. 1957 wurden die letzten noch lebenden Kranken von Spinalonga in die Freiheit entlassen. Heute ist ein Aufenthalt dort völlig ohne Risiko ...

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