Moni Koudouma

"Der echte Geheimtipp"

FotoLeserbeitrag und-Fotos von Günter Linner

"Moni Koudouma liegt genau südlich von Heraklion, auf der anderen Seite der Insel und ist nur auf guten, großen Karten zu finden (Maßstab 1:150 000). Man muss mit mindestens zwei Stunden Anfahrt über Schotterpisten rechnen. Das Kloster ist erst seit wenigen Jahren über eine Straße erreichbar, sonst nur über Seeweg.

FotoWir waren im Frühjahr 2001 dort, Touristen waren am Strand keine zu finden. Ein Bauarbeiter hatte sich hier in der Mittagshitze in den Schatten gelegt - das war's!

Als wir ankamen saßen einige Bauarbeiter und ein paar Mönche oder Priester (?) vor den Fotobescheidenen Wohnhütten an einem langen Mittagstisch. Es hatte ein bisschen den Eindruck vom letzten Abendmahl mit den Jüngern. (Wirklich!!!) Die Männer saßen auf den Gestellen ihrer Betten, auf alten Stühlen an alten zusammengestellten Holztischen. Der Eindruck, mit dem Meer im Hintergrund, der Mönch an der Stirnseite des Tisches, also ich sage euch ...

FotoWir haben uns für die Störung entschuldigt und ganz bescheiden gefragt, ob wir an den Strand dürften. (Man muss durch ein Tor, durch den "Klosterhof" zum Strand.) Der Mönch fragte, wo wir herkämen und vor allen Dingen wie, denn wir hatten das Motorrad draußen vor dem Tor stehen lassen.

FotoDer Mönch konnte es kaum fassen, dass sich jemand mit einem Motorrad auf den langen und beschwerlichen Weg über Serpentinen und Schotterweg machen würde um dieses alte Kloster zu besuchen. Und somit waren wir aufgefordert uns hinzusetzten und mit allen zu speisen. Wir wollten zuerst nicht, hatten uns dann aber aufgrund des leckeren Essens überreden lassen. Wein, gegrilltes Lamm, Tomatensalat, Kartoffeln - alles aus eigenem Anbau. Es war lecker!!!

FotoDann sagte uns der Mönch, wir sollten nicht zu lange bleiben, es käme heute Abend noch Wind auf und der Weg sei staubig und beschwerlich. Foto Wir waren dann noch ein paar Stunden am Strand und fragten, ob wir die kleine Kirche besichtigen dürften. Wir durften ...
Das Kloster hat übrigens, wie ja fast alle Klöster oder Kirchen, auch eine "schöne" Geschichte zu erzählen, die wir von einem der Mönche erfuhren:

FotoFotoWährend der Besetzung des Klosters durch deutsche Soldaten hatte ein Soldat eine Nacht auf dem Altar geschlafen. Nachts erschien ihm Maria. Der Soldat wusste am nächsten Morgen nicht, ob er träumte oder Maria wirklich sah. Darum beschloss er in der nächsten Nacht eine Wache aufzustellen. In der Nacht erschien Maria wieder. Ärgerlich über diese Erscheinungen - die Wache sah niemanden - schoss der Soldat mit der Pistole auf eine Ikone mit dem Bild von Maria. Das Bild ist heute noch im Kloster - die Kugeln konnten das Bild damals kaum beschädigen. Bei genauem Hinsehen sind jedoch Spuren auf dem Bild zu sehen, die von Kugeln stammen könnten ...

FotoSo beeindruckend wie die Macht der Natur in der Samaria-Schlucht, so beeindruckend war für uns der Besuch des Klosters mit seinen Mönchen!"

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