 Der
minoische Palast von Agia Triada bietet im Vergleich zu seinem nur wenige
Kilometer entfernten und wesentlich bekannteren "großen Bruder"
in Festos einen geradezu idyllischen Platz der
Ruhe. Am Westhang desselben Hügels am Rande der Messara
gelegen, findet der Besucher dieser unverfälschte Ausgrabungsstätte unter
den mächtigen Bäumen die einzigartige Kombination eines minoischen
Palastes mit einem benachbarten Marktdorf.
Erst
um 1550 v.Chr. - also ungefähr 350 Jahre nach dem Palast von Festos
- erbaut, besteht die Anlage aus zwei L-förmig angeordneten Flügeln, an
die sich im Norden die Wohn- und Marktsiedlung anschließt. Die
archäologischen Funde hier waren reichhaltiger und wertvoller als in Festos,
das bereits 1700 v.Chr. durch ein Erdbeben zerstört und erst ab 1600
v.Chr. wieder aufgebaut wurde.
Vom
Eingang steigt man hinunter in den gepflasterten Südhof, auf den
seinerzeit eine gepflasterte Straße von Festos führte. Im vierzehnten
Jahrhundert wurde dort in der süd-westlichen Ecke des heutigen
Ausgrabungsgeländes etwas erhöht die byzantinische Kapelle Agios
Georgios Galatas erbaut. Einen Blick wert sind die alten Fresken im
Inneren, den Schlüssel zur Kapelle bekommt man am Eingang
(Kassenhäuschen).
Sehr
gut erhalten sind im überdachten Kern des Palastes die alten minoischen
Wasserleitungen, die das Regenwasser aus dem Südhof in die unterhalb
liegenden Zisternen leiteten. Direkt daneben befindet sich der ehemalige
Wohntrakt der damaligen Herrscher, in dem noch Reste alter Wandmalereien zu
erkennen sind.
Im nördlichen Teil des Geländes finden sich die Überreste des
damaligen Markt- und Wohnbereiches, wobei besonders die Agora auffällt.
Sie gilt als älteste bekannte Agora Griechenlands und teilte die
Siedlung. Oberhalb liegen in einer Flucht nebeneinander acht Räume, die
wohl Läden waren, unterhalb die Überreste der alten Wohnsiedlung.
 Der
berühmte und heute im Archäologischen Museum in Heraklion
zu bewundernde Sarkophag von Agia Triada wurde in der Nekropole gefunden,
die sich außerhalb der Einzäunung nördlich des Geländes befindet.
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